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DT-Intendant Erich Sidler verlängert seinen Vertrag und zieht eine erste Bilanz

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Tina Fibiger
vom 13.11.2017 (bisher gehört: 55 | gelesen: 81)
Dauer: 04:08 Minuten

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hatte bereits im Sommer eine mögliche Vertragsverlängerung für den Intendanten des Deutschen Theaters, Erich Sidler, angekündigt. Jetzt bestätigte Köhler das einstimmige Votum des Aufsichtsrates und die Zusage des Intendanten für weitere fünf Jahre. Bei einer Pressekonferenz im Deutschen Theater zog Sidler auch Bilanz über seine ersten drei Göttinger Spielzeiten. Tina Fibiger war für uns dabei.

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Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und DT-Intendant Erich Sidler (Bild: Tina Fibiger)

Manuskript

Text

Für Erich Sidler war es an der Zeit für eine erste Zwischenbilanz über die Zuschauerentwicklung und die Auslastungszahlen des Deutschen Theaters. Seine ersten drei Göttinger Spielzeiten beschreibt der Intendant als Phase des Ankommens und des Sondierens von Stücken und Themen und den Reaktionen des Publikums:

 

O-Ton 1, Erich Sidler, 21 Sekunden,

„Wir sind sehr zufrieden mit den Zahlen, in welche Richtung sich das Deutsche Theater bewegt, wo wir ganz gute Erfolge erzielt haben und wie sich das letztlich auswirkt auf unseren Spielplan und auch das Leben hier im Haus.“

 

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Rund 102.000 Zuschauer besuchten allein in der vergangenen Spielzeit des Deutsche Theater. Das bedeutet eine Steigerung von 18.000 Besuchern, nachdem Sidler 2014 die Nachfolge von Mark Zurmühle übernommen hatte. Seine Zuschauerbilanz gilt auch für Gastspiele im eigenen Haus wie etwa das Göttinger Jazz-Festival und die Abstecher der Theatermacher, die zum Beispiel mit dem „Weißen Rössl“ touren. Hier verweist der Schweizer Theatermacher auf ein lukratives und attraktives Geschäft:

 

O-Ton 2, Erich Sidler, 28 Sekunden

„Weil wir mit Produktionen, die wir eh haben, nochmal zusätzliche Zuschauer erreichen können und haben damit die Produktionskosten ebenfalls relativiert. Das hält uns den Rücken für die Kunst frei in Göttingen und erlaubt uns, Projekte zu machen, die vielleicht in der Auslastung nicht so laufen wie das ein „Rössl“ kann, aber eben trotzdem notwendig und wichtig sind.“

 

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Mit einer Auslastung von 74,4 Prozent insgesamt liegt das Deutsche Theater im bundesweiten Vergleich auf einem der vorderen Ränge. Dabei wurde für die DT-2 Bühne eine Auslastung von 87 Prozent ermittelt. Für das Programm im Keller sind es sogar knapp 90 Prozent. Zu Buche schlägt hier auch der Zuwachs an Vorstellungen in den ersten drei Spielzeiten, die Sidler nicht nur mit der Startphase und dem Aufbau eines Repertoires begründet.

 

O-Ton 3, Erich Sidler, 39 Sekunden

„Das hängt damit zusammen, dass wir gerade in den kleineren Spielstätten und außerhalb sehr viel gespielt haben. Ich muss dazu sagen, dass wir da das System sehr stark belastet haben. Das haben wir auch deswegen gemacht, weil wir natürlich den Spielplan möglichst divers hochfahren wollten. Jetzt versuchen wir, das ein bisschen zu relativieren, weil wir auch der Meinung sind, wir gehen sonst zu stark an die Substanz. Dass wir hier dem Ensemble auch sagen müssen: ‚Uns ist der breite Spielplan wichtig. Wir werden also weiterhin viele Stücke im Repertoire haben und ihr dürft und könnt die Texthefte nicht wegschmeißen, weil wir können oder wollen es wieder aufnehmen.’ Aber wir müssen da ein bisschen Rücksicht nehmen.“

 

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Der Aufsichtsrat des Deutschen Theaters hatte sich unter seinem Vorsitzenden Rolf-Georg Köhler bereits einstimmig für eine Vertragsverlängerung des Intendanten stark gemacht. Göttingens Oberbürgermeister betont hier die Entwicklung des Hauses und das inhaltliche Profil auch unabhängig von den Erfolgszahlen.

 

O-Ton 4, Rolf Georg Köhler,  37 Sekunden

„Die Menschen, die hier für uns Kultur schaffen, haben es erreicht, dass das Haus sich noch weiter in die Gesellschaft geöffnet hat. Man steht für Gespräche zur Verfügung, man erläutert, man erklärt. Man kommuniziert miteinander. Und ich glaube, das zeichnet das Haus Deutsches Theater in den letzten drei Jahren deutlich aus. Wir haben den glücklichen Zufall in der Person von Erich Sidler gefunden, der im Kulturbereich ein offenes Auge hat  für neue Entwicklungen, der immer wieder neue Ideen einbringt. Wir wünschen uns immer ein Haus, das sowohl populär ist, aber auch gesellschaftskritische Diskussionen mit aufnimmt und in die Kultur mit einbringt. Und ich glaube, das ist in den letzen drei Jahren hervorragend gelungen.“

 

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Göttingens Stadtoberhaupt  kündigte an, bei der neuen Niedersächsischen Landesregierung auf eine verbesserte Förderung für kommunale Theater wie das DT zu drängen. Das sei auch mit Landrat Bernhard Reuter abgestimmt, wie Köhler erklärt, dass das Land hier im Bereich Kultur noch einmal ein Zeichen für die kommende Regierungsperiode setzen müsse. Erich Sidlers Vertragsverlängerung als DT-Intendant gilt ab 2019 für weitere fünf Jahre.

Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen

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