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Junges Theater Göttingen stellt zwei neue Stücke vor

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Andreas Miller
vom 12.10.2017 (bisher gehört: 73 | gelesen: 230)
Dauer: 03:32 Minuten

Das Junge Theater bringt zwei neue Stücke auf die Bühne: „Barbara. Gegen das Vergessen“ ist Teil der Jubiläumsreihe zum 60. Geburtstag des Hauses. Damit jährt sich auch der Tod der französischen Chanson-Sängerin zum 20. Mal. Sie ist für ihr „Göttingen Lied“ bekannt, das eng mit dem Jungen Theater verknüpft ist. Und mit „Der kleine Prinz“ kommt eine Interpretation des bekannten Märchens von Antoine de Saint-Exupery. Andreas Miller hat mit den Theatermachern gesprochen.

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Manuskript

Atmo, Musik „Göttingen“ 10 Sekunden

 

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„Göttingen“ hat die französische Chanson-Sängerin Barbara 1964 im Jungen Theater komponiert und erstmals vorgetragen. Das Lied wurde zu einem ihrer größten Erfolge. Im Stück „Barbara. Gegen das Vergessen“ geht es um diesen Abend und die Vorgeschichte – um ein Lied, das als kultureller Beitrag zur deutsch-französischen Aussöhnung gesehen werden könnte. Dabei soll es weniger ein Dokumentartheater sein, als ein künstlerisch-schauspielerischer Beitrag der unterschiedliche Aspekte Barbaras herausstellt. Das Stück sei ohne Anspruch auf historische Korrektheit, sondern solle Faszination für die Künstlerin entfachen und die Besucher dazu animieren, sich mit ihr auseinanderzusetzen, so Peter-Christoph Grünberg. Er ist für die Inszenierung verantwortlich. Grünberg zur Aktualität des Aussöhnungsthemas:

 

O-Ton 1, Peter-Christoph Grünberg, 15 Sekunden

„In jedem Land gibt es einen erschreckenden Rechtsruck, überall wo man sich umschaut, und man muss mehr auf Verständigung pochen, mehr denn je. Deswegen heißt der Abend auch „gegen das Vergessen“, weil sie singt gegen das Vergessen und für Versöhnung.“

 

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Weiter gehe es um die zentrale Bedeutung der Bühne im Leben der Künstlerin. So soll eine Annäherung an eine passionierte Künstlerin ermöglicht werden, die als mit der Bühne verheiratet galt, so Grünberg. Die Memoiren von Barbara boten unter anderem Inspiration hierfür. Auch werde mit den verschiedenen Erzählungen um die Legende des Göttingen-Lieds gespielt, deren Wahrheitsgehalt nicht immer eindeutig sei. Bei der Recherchearbeit wurde mit der deutsch-französischen Gesellschaft Göttingen, dem Lumiere und dem Stadtarchiv zusammengearbeitet. Das zweite neue Stück im Jungen Theater ist eine Umsetzung von Antoine de Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“. Das Kinderstück soll trotz der Ausrichtung auf junge Zuschauer philosophische Tiefe und anspruchsvolle Theaterkunst bieten, erklärt Regisseurin Christine Hofer:

 

O-Ton 2, Christine Hofer, 26 Sekunden

„Es geht mir immer um einen großen Stoff, mit großen Themen. Und im kleinen Prinzen gibt es unglaublich große Themen. Themen, die nicht verblassen, also Themen, die da sind, die immer unglaublich wichtig sind. Natürlich geht es um erste Liebe auch dort drin. Freundschaft, wann schwappt es über zur ersten Liebe? Wie kann ich mein Gegenüber einschätzen? Wie lerne ich mit dem umgehen, was anders ist aber trotzdem was Neues anzunehmen?“

 

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Beim Theater gehe es ihr darum, neue Perspektiven zu erlangen und dabei einen Bezug zu sich selbst herzustellen. Das werde gerade auch über das Fremde und Abstrakte erreicht, so Hofer. Deshalb wurde für die theatralische Umsetzung die Kunstform des Maskentheaters gewählt.

 

O-Ton 3, Christine Hofer, 22 Sekunden

„Maskenarbeit ist eine ganz Spezielle. Dadurch, dass ich mein Gesicht nicht mehr habe, mit dem ich mitteilen kann, muss ich versuchen, über den Körper etwas mitzuteilen. Das wiederum muss ich versuchen auf eine sehr differenzierte Weise herzustellen, weil ansonsten sind es nur Bewegungsmuster, die der Zuschauer schon kennt. Wir suchen wirklich nach einer Ausdrucksweise mit Maske.“

 

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Das Kunstmärchen „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery erschien 1943 und stellt ein Plädoyer für Menschlichkeit und Freundschaft dar sowie eine Kritik am gesellschaftlichen Werteverfall. Die Theaterumsetzung soll die moralischen Aspekte des Märchens für Kinder wie Erwachsene intuitiv und verständlich aufarbeiten. Im Theaterstück werde der unmittelbare Nachvollzug durch das direkte, einfühlsame und eindrückliche Spielen der Szenen und eine einfache, direkte Sprache erreicht, so Hofer.

 

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