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SPD Bovenden veranstaltet Vortrag zum Thema „Medien im Wandel der Zeit“

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Tanita Schebitz
vom 13.09.2017 (bisher gehört: 78 | gelesen: 82)
Dauer: 04:01 Minuten

Die Digitalisierung schreitet in vielen Lebensbereichen voran und wie Deutschland dieser Entwicklung begegnen sollte, ist auch im diesjährigen Bundestagswahlkampf ein Thema. Besonders betroffen sind die Medien vom digitalen Fortschritt. Nicht nur verlagert sich die Informationsverbreitung immer mehr ins Internet. Auch die Schnelligkeit und die Tatsache, dass jeder potenziell journalistisch tätig werden kann, stellt eine große Herausforderung dar. Die SPD Bovenden hat am vergangenen Freitag zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Medien im Wandel der Zeit“ geladen. Tanita Schebitz war für das StadtRadio dabei.

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v.l.n.r.: Julian Bartels (SPD Bovenden), Dirk Schuhmann (Historiker Universität Göttingen), Sascha Prinz (Medienpädagoge StadtRadio Göttingen) (Bild: Tanita Schebitz)

Manuskript

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140 Jahre existiert die SPD-Parteizeitung „vorwärts“bereits . Damit beschäftigt sich auch eine Ausstellung im AWO-Begegnungszentrum Bovenden. Begleitend dazu hatte die SPD Bovenden zu einer Veranstaltung eingeladen. Dirk Schuhmann, Historiker an der Universität Göttingen, und Medienpädagoge Sascha Prinz haben zum Thema „Medien im Wandel der Zeit“ diskutiert. Wieso der SPD das Thema Digitalisierung am Herzen liegt, erklärt Julian Bartels, zweiter Vorsitzender und Mitglied des Gemeinderates der SPD Bovenden:

 

O Ton 1, Julian Bartels, 29 Sekunden

„Die SPD sieht das Thema Digitalisierung als ein sehr wichtiges an, und wir setzen uns in unseren Gremien intern, aber auch im Wahlkampf gegenüber den Bürgern immer dafür ein, dass der Breitbandausbau kommt, gerade auf dem flachen Land. Dass Rathäuser online gehen und wir nicht mehr selbst überall auf der Matte stehen müssen. Ich glaube, das sind ganz prominente Ideen, auch moderne Ideen, die die Bundes-SPD liefert, die wir hier auf dem Land gerade in der SPD Bovenden aber seit Jahren fordern. Da sind wir auf einer Linie, und ich hoffe, dass wir da auch Gehör finden, und das dann auch in der nächsten Regierung hoffentlich umsetzen können, wenn dann die politischen Mehrheiten so sind.“

 

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Im Rahmen der Diskussionsveranstaltung umriss der Historiker Schuhmann die Entwicklung der Medienlandschaft in Deutschland seit 1890 und wie sich diese ausdifferenzierte. Neben wenigen eher parteinahen Zeitungen setzte sich immer mehr die eher überparteiliche Generalanzeigerpresse durch. Angesprochen wurde auch die Rolle der Medien während des Ersten und Zweiten Weltkriegs, insbesondere deren propagandistische Bestrebung zu Zeiten Nazi-Deutschlands. Über die Lizenzpresse in der Nachkriegszeit in Deutschland endete Schuhmann bei der heute existierenden Medienlandschaft. Durch die Digitalisierung unterliegt diese jedoch weiter einem Wandel. Mithilfe eines Smartphones und eines Internetzugangs kann jeder ganz einfach Informationen verbreiten. Dazu StadtRadio-Medienpädagoge Sascha Prinz:

 

O Ton 2 , Sascha Prinz, 20 Sekunden

„Der Zugang zu Informationen ist vielfältiger und ungefilterter geworden, das heißt früher hatte ich die Zeitung, das Radio und das Fernsehen, wo professionelle Journalisten gearbeitet haben, Informationen verbreitet haben. Heute kann jeder Informationen zu jedem Thema verbreiten und die müssen nicht immer stimmen“.
 

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Durch diese Entwicklung wird es folglich schwieriger, die Seriosität von Berichterstattung und Quellen einzuschätzen. Prinz, der als Medienpädagoge auch viel mit Jugendlichen und Studierenden zum Thema Mediennutzung arbeitet, betont die Bedeutung von Medienkompetenz. Sie sei ein entscheidendes Kriterium, um sich in der Informationsflut zurechtzufinden.

 

O Ton 3, Sascha Prinz, 28 Sekunden

„Medien dienen dazu, in unserer Demokratie, dass ich mir eine Meinung bilden kann, und da bin ich natürlich als Nutzer darauf angewiesen, dass ich valide Informationen bekomme. Das heißt, wenn ich als Nutzer verschiedene Kanäle abonniert habe, und davon ist ein Großteil Unterhaltung oder Meinung, dann kann ich mir nur daraus meine Meinung bilden, wenn ich nicht zum Beispiel noch irgendwie einen journalistischen Kanal in irgendeinem Netzwerk abonniert habe.

 

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Thematisiert wurden auch Phänomene wie Fake News. Vor allem in Zusammenhang mit dem Wahlkampf sind diese ein Thema, nicht nur in der deutschen Presse. Dass diese nicht unbedingt ein neuartiges Phänomen sind, erklärt Historiker Schuhmann:

 

O Ton 4, Dirk Schuhmann, 34 Sekunden
„Ich würde sagen, im Grundsatz hat sich eigentlich nichts verändert, denn wenn man sich anguckt, wie in den 20er Jahren Fake News gegen Friedrich Ebert gestreut wurden, dann waren die mindestens genauso bösartig wie das, was wir heute erleben, und genau so geschickt konstruiert, angefangen und angehängt an zunächst mal real existierende Dinge, die aber dann ganz verdreht wurden. Also insofern würde ich von der Art keinen qualitativen Unterschied sehen, aber die Verbreitung ist natürlich eine andere. Sie geht viel schneller heute, sie ist vielleicht auch unübersichtlicher. Also es ist mehr ein formaler als ein inhaltlicher Unterschied.“

 

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Am besten schützen kann man sich vor Fake News durch das Nutzen verschiedener Medien wie Radio, Zeitung und Fernsehen, und eben nicht ausschließlich durch das Internet oder soziale Netzwerke. Prinz empfiehlt außerdem, sich nicht immer nur dort zu informieren, wo die meiste Bestätigung erfahren werde, sondern auch an anderer Stelle zu gucken.

Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen

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