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Faire Woche in Göttingen und Region: Global und gerecht einkaufen

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Robin De Greef
vom 29.09.2017 (bisher gehört: 144 | gelesen: 341)
Dauer: 03:52 Minuten

Heute endet die diesjährige bundesweite “Faire Woche”. Seit dem 15. September hatten in ganz Deutschland knapp 2.500 Veranstaltungen zum Thema Fairer Handel stattgefunden. Auch in Göttingen war einiges los: Neben allerlei fairen Produkten und einem bunten Kulturprogramm gab es Göttingens ersten Fair-O-Maten zu bestaunen. Genaueres darüber weiß Robin de Greef.

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Kleidertausch beim Aktions- und Infotag Fairer Handel (Bild: Raffael Siegert, Beschäftigungsförderung Göttingen)
Faire Modezeitschrift (Bild: Raffael Siegert, Beschäftigungsförderung Göttingen)
Der Fair-O-Mat in Betrieb (Bild: Raffael Siegert, Beschäftigungsförderung Göttingen)
Der Fair-o-mat wird präsentiert (Bild: Anna Kunzmann)
Michael Hochweis (links) und Robert Buchmann (rechts) stellen den Fair-o-mat an der Universität Göttingen vor (Bild: Anna Kunzmann)

Manuskript

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Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche zum Fairen Handel in Deutschland. Auch in der Region Göttingen treten viele Menschen für den Fairen Handel ein und engagieren sich. Darum tragen Stadt und Landkreis Göttingen seit 2013 den Titel „Fairtrade Town“. Die Faire Woche wird vom Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ), der Contigo Fairtrade GmbH, dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen und der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen organisiert. Auch Joachim Berchtold von der im April neu geschaffenen “Koordinationsstelle kommunale Entwicklungspolitik” ist maßgeblich an der Fairen Woche in Göttingen beteiligt. Er erklärt die Idee des fairen Handels.

 

O-Ton 1, Joachim Berchtold, 28 Sekunden

“Die Idee des fairen Handels ist nicht nur, ein Produkt zu verkaufen, sondern damit auch aufmerksam zu machen auf bestimmte Missstände, die in der globalen Produktion existieren. Und Konsumenten hier in den reicheren Industrieländern irgendwie darauf aufmerksam zu machen, dass man als Konsument eine gewisse Steuerungsmacht hat, indem man sein Konsumverhalten eben versucht auf fair gehandelte und regionale Produkte und andere Alternativen hin auszurichten und gleichzeitig irgendwie entwicklungspolitisch tätig zu sein. Es ist die Idee eigentlich einen Beitrag zu einer gerechteren Form und einer nachhaltigeren Form des Wirtschaftens zu leisten.”

 

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Anlässlich des Aktions- und Infotages Fairer Handel im Stilbrvch stellten verschiedene Initiativen sich und ihre Arbeit vor. Besucher konnten bei einer Ausstellung zur Textilindustrie in Kambodscha und Bangladesh mehr über die Produktionsbedingungen von Kleidung erfahren. Außerdem wurde zu Live-Musik fleißig Kleidung getauscht und sogar gleich vor Ort verschönert. Anna Meier war mit dabei und erklärt genauer:

 

O-Ton 2, Anna Meier, 27 Sekunden

“Wir siebdrucken, und zwar drucken wir mit wasserbasierter Farbe durch so Netzstoff auf Textilien. Wir machen quasi so Upcycling, also das sind halt alles Second-Hand Kleidung von Leuten, die hier mitgebracht wurden und die man jetzt nochmal aufpeppen kann mit verschiedenen Motiven, die wir haben.”

 

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Auch eine Neuheit gab es im Zuge der Fairen Woche zu bestaunen. Den ersten Göttinger Fair-O-Maten. Der stromlose Automat für Faire Produkte steht nun im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität.

 

Atmo, 7 Sekunden

 

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Die Idee kam vor eineinhalb Jahren von der Grünen Hochschulgruppe Göttingen. Marco Christl ist Mitglied der Hochschulgruppe und freut sich, dass der Göttinger Weltladen als offizieller Betreiber des Fair-O-Maten gewonnen werden konnte.

 

O-Ton 3, Marco Christl, 26 Sekunden

“Das ist einfach so eine grobe Auswahl von den Produkten die es auch so im Weltladen gibt. Wir haben Schokoladenriegel, wir haben einen Fruchtriegel momentan da drin, Gummibären und auch Nüsse. Alles ist quasi Fairtrade und zum Großteil auch Bio zertifiziert. Und wir haben natürlich auch vor, da regelmäßig zu variieren von den Produkten. Da gibt es halt auch total abgefahrene Sorten wie irgendwie Schokolade-Pfeffer und sowas.”

 

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Christl hofft, dass der Fair-O-Mat gut angenommen wird – ein zweiter Fair-O-Mat am Nordcampus ist bereits in Planung. Neben Nahrungsmitteln sind aktuell vor allem Textilien und Kosmetika als Fair-Trade Produkte erhältlich. Letzten Endes könne man aber jedes Produkt fair handeln, so Faire-Woche-Organisator Berchtold.

 

O-Ton 4, Joachim Berchtold, 30 Sekunden

“Letzten Endes finde ich persönlich auch, dass eigentlich die globale Wirtschaft darauf ausgerichtet sein sollte, dass alles fair gehandelt wird und dass eigentlich fairer Handel wie so viele andere politische Bewegungen, wenn sie komplett irgendwann erfolgreich wären, dann bräuchte es sie nicht mehr. Also dann hätte man eine Form des Wirtschaftens, in der jeder und jede Beteiligte in der Lieferkette für seine Arbeit sich eine gute Existenz sichern kann, in der die Natur geachtet wird und in der ein Gleichgewicht geachtet wird zwischen den verschiedenen Entlohnungen und den verschiedenen Tätigkeiten die man in so einer globalen Wertschöpfungskette hat.”

 

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Die Faire Woche findet seit 2001 regelmäßig in ganz Deutschland statt. Berchtold hofft, dass sich auch dieses Jahr weitere Menschen für fairen Handel und entwicklungspolitisches Engagement begeistern konnten.

Links / Verweise

Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen

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