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Osterode: Neue Wohn-Pflege-Formen für ein sorgenloses Wohnen im Alter

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Jonas Rietschel
vom 06.11.2017 (bisher gehört: 116 | gelesen: 342)
Dauer: 03:32 Minuten

Göttingen ist wie eine kleine Insel in Südniedersachsen. Doch diese besticht nicht durch karibisches Traumwetter oder endlose Sandstrände, sondern durch eine positive Zukunftsbilanz. Beim Vergleich der Universitätsstadt mit den umliegenden Regionen prognostiziert das Land Niedersachsen nur in Göttingen ein Bevölkerungswachstum in den kommenden 14 Jahren. In den Landkreisen Göttingen und Northeim soll die Bevölkerung hingegen um bis zu über 20 Prozent abnehmen. Das liegt an dem demographischen Wandel. Dieser sorgt aufgrund zurückgehender Geburtenzahlen jedoch nicht nur für eine schrumpfende Landbevölkerung, sondern auch für eine steigende Anzahl der über 60-Jährigen. Dadurch wird es in den kommenden Jahren immer wichtiger, entsprechende Einrichtungen für Senioren zu schaffen. In Osterode fand vergangene Woche der 10. Niedersächsische Fachtag Wohnen im Alter statt. Dort wurden viele neue Möglichkeiten vorgestellt, im Alter barrierefrei leben zu können. Jonas Rietschel war für uns dabei.

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Zahlreiche Interessierte nahmen an der Veranstaltung in der Osteroder Stadthalle teil. (Bild: Jonas Rietschel)
Auch Podiumsdiskussionen waren Teil der ganztägigen Tagung. (Bild: Jonas Rietschel)

Manuskript

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Das Motto des 10. Niedersächsischen Fachtags Wohnen im Alter lautete „Neues Wohnen in alten Gebäuden“. Doch die Veranstaltung in der Osteroder Stadthalle widmete sich weitaus mehr Bereichen moderner Wohn-Formen. Der Fokus lag auf sogenannten Wohn-Pflege-Formen im ländlichen Raum. Mit entsprechenden Modellen soll es Senioren und anderweitig hilfsbedürftigen Menschen ermöglicht werden, in einer eigenen Wohnung oder einer betreuten WG zu leben. Aus Südniedersachsen informierte unter anderem die Kreiswohnbau Osterode am Harz/Göttingen GmbH über Möglichkeiten, im Alter gut leben zu können. Das Unternehmen bietet schon seit einigen Jahren entsprechende Angebote an, berichtet Jens Ludwig, Prokurist bei der Kreiswohnbau:

 

O-Ton 1, Jens Ludwig, 23 Sekunden

"Wir haben natürlich eine hohe soziale Komponente letztendlich, zum anderen haben wir uns eben auf den gegebenen Umständen des Marktes auf Senioren auch ein bisschen spezialisiert. Wir haben in den letzten zwanzig Jahren jedes Jahr ein Neubau in dem Bereich ‚Seniorenwohnung/barrierefreies Wohnen' hergestellt, weil einfach der Bedarf da ist. Weil einfach die Altersentwicklung da ist und dieser Service letztendlich allen gut tut, unseren Kooperationspartnern und natürlich auch unseren Kunden.“

 

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Neben entsprechenden Neubauten schafft die Kreiswohnbau auch durch den Umbau älterer Gebäude barrierefreien Wohnraum. Das Verständnis vom altersgerechten Wohnen geht für das Unternehmen jedoch über rein bauliche Maßnahmen hinaus. Entsprechende Serviceleistungen sollen gerade älteren Mietern einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglichen, erklärt Ludwig.

 

O-Ton 2, Jens Ludwig, 33 Sekunden

"Wir haben da einen kostenlosen Fahrdienst zum Arzt oder Apotheker. Es kann eben nicht sein, dass es zum Beispiel am Einkommen der Senioren liegt, ob ich es mir leisten kann, mit dem Taxi zum Arzt oder auch nicht. Das wollten wir abstellen. Daher diesen Service, der auch sehr gut angenommen worden ist. Gleichzeitig aber auch natürlich, um die 'Dinge des täglichen Bedarfs' – Lebensmittel et cetera – zu decken, Einkaufs-Service mit gekoppelt, was kostenfrei genutzt wird. Aber unser Service erweitert sich auch noch darum: Wenn dann tatsächlich mal ein Krankenhausaufenthalt oder Sonstiges ansteht, gibt es einen Abwesendheits-Service, wo wir die Blumen gießen, letztendlich den Briefkasten leeren. Also ein Rundum-Service für unsere Kunden darstellen.“

 

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Älteren und Hilfsbedürftigen ein barrierefreies Wohnen zu ermöglichen, ist jedoch nicht nur durch solche baulichen und leistungsbezogenen Maßnahmen möglich. Auf der Fachtagung in Osterode wurde auch ein Projekt aus Duderstadt als gutes Beispiel präsentiert. Im Lorenz-Werthmann-Haus leben 14 Menschen in zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften der Caritas zusammen. Ob ein Platz in der 2009 eröffneten Einrichtung die passende Alternative zu einem klassischen Pflegeheim darstellt, hängt jedoch mit individuellen Kriterien zusammen, erklärt die Hausleiterin des Lorenz-Werthmann-Hauses, Lydia Ballhausen.

 

O-Ton 3, Lydia Ballhausen, 25 Sekunden

"Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ist eher eine große Pflegeeinrichtung das Richtige wenn ich hilfsbedürftig bin, oder kann ich noch meine Restkapazitäten, die ich geben kann - weil ich gut zuhören kann, weil ich basteln kann, weil ich musizieren kann – kann ich das in so einer Wohngemeinschaft noch gut mit anderen weitergeben und Zeit gestalten und anderen einfach auch etwas von mir noch abgeben."

 

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Angebote für ein möglichst hürdenfreies Leben im Alter sind in Südniedersachsen also vorhanden. Da aufgrund des demographischen Wandels jedoch weiterhin mit einer stärkeren Nachfrage in den kommenden Jahren gerechnet werden muss, sind auch in Zukunft entsprechende Einrichtungen und ein reger Fachaustausch wichtig.

Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen

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