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Fünf Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen im IQ Netzwerk

Sendung: Mittendrin [Redaktion]
Autor: Tanita Schebitz
vom 26.10.2017 (bisher gehört: 83 | gelesen: 168)
Dauer: 03:50 Minuten

Migration ist nicht nur bundesweit ein Thema, sondern speziell auch in der Region Südniedersachsen. Ein wichtiger Faktor für die Integration ist vor allem die Einbindung in den Arbeitsmarkt. Der Weg in den Job ist für viele Migranten in Deutschland jedoch steinig, es müssen neben sprachlichen auch bürokratische Hürden überwunden werden, mit denen viele nicht rechnen. Über Wege der Integration in den Arbeitsmarkt, speziell für Migranten, wurde auf der Konferenz „Fünf Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen im IQ Netzwerk“ gesprochen. Tanita Schebitz war für Sie dabei.

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Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt spricht bei der Veranstaltung „Fünf Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen im IQ Netzwerk“ im Neuen Rathaus (Bild: Tanita Schebitz)

Manuskript

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Bei der Veranstaltung „Fünf Jahre Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen im IQ Netzwerk – Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Chance für die Region“ haben sich Akteure der „Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen“ (BIGS), des „Integration durch Qualifizierung – Netzwerks“ (IQ Netzwerk) sowie verschiedene Vertreter von Betrieben, Institutionen, der Stadt und Wohlfahrtsträgern zum Austausch im Ratssaal des Neuen Rathauses in Göttingen getroffen. Anlass war das fünfjährige Engagement der BIGS im IQ Netzwerk. Dazu der Leiter des IQ Landesnetzwerkes Niedersachsen, Rainer Bußmann:

 

O-Ton 1, Rainer Bußmann, 29 Sekunden

„IQ steht für Integration durch Qualifizierung und wir sind in verschiedenen Themengebieten in ganz Niedersachsen zuständig für die Bereiche Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung, aber auch für die Durchführung für Qualifizierungsnaßnahmen. In Südniedersachsen ist unser Kooperationspartner die BIGS, seit fünf Jahren jetzt und führt in Südniedersachsen die Beratung durch für die Menschen die aus dem Ausland kommen und einen Abschluss mitgebracht haben. Das kann ein Flüchtling sein, ein EU Ausländer sein, das kann aber auch der Deutsche sein, der in den Niederlanden eine Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht hat.“

 

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Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des Fachkräftemangels waren sich die Teilnehmer der Konferenz einig, dass die Zuwanderung eine große Chance sei. Aber nur, wenn die Migranten ihre Potenziale richtig nutzen könnten. Es wurden verschiedene Förderangebote vorgestellt, unter anderem von der IHK Göttingen. Hier richtet sich ein Angebot speziell an Geflüchtete, die in jüngster Zeit einen großen Anteil an den nach Deutschland kommenden Migranten ausmachen. Bei dieser Gruppe kommt neben der sprachlichen Barriere und der Anerkennungsproblematik von Abschlüssen erschwerend der oftmals unsichere Aufenthaltsstatus hinzu. Integrationsmoderatorin Maria Eiselt von der IHK Geschäftsstelle Göttingen über ihre Aufgabe und Hürden, denen sie immer wieder begegnet:

 

O-Ton 2, Maria Eiselt, 35 Sekunden

„Die Aufgabe besteht darin zu schauen, welche Flüchtlinge sind jetzt schon bereit in den Arbeitsmarkt integriert zu werden, was bringen die mit, für Erfahrungen, für Kenntnisse, natürlich auch wie gut sind schon deren Deutschkenntnisse und natürlich auch zu schauen, welche Bedarfe stehen bei den Betrieben an, welche Stellen müssen besetzt werden, welche Anforderungen gibt es darauf und dann halt letztendlich auch den Vermittlungsprozess mit zu unterstützen. Ich glaube hier bei uns in der Region ist eine große Hürde im ländlichen Bereich die fehlende Mobilität. Wir haben eine relativ schlechte Infrastruktur um vom Wohnort zum Betrieb zu kommen und letztendlich scheuen immer noch viele Betriebe vor dem bürokratischen Aufwand.“

 

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Ziel ist also eine Beratung nicht nur von Geflüchteten, sondern auch von Unternehmen. Laut Eiselt haben diese zwar einen Bedarf nach Fachkräften, sorgen sich aber auch darum, ob sich der Aufwand von Zeit und Geld lohnt. Droht jederzeit eine Abschiebung, verliert der Betrieb seine Arbeitskraft, in die er zuvor investiert hat. Auch die Handwerkskammer Südniedersachsen-Hildesheim engagiert sich für die Integration speziell von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Der Fokus liegt hierbei allerdings auf der Vermittlung von Ausbildungsplätzen. Worum es bei dem IHAFA Projekt genau geht, erklärt Projektkoordinator Henning Strieben:

 

O-Ton 3, Henning Strieben, 31 Sekunden

„Das IHAFA Projekt ist das´Integrationsprojekt handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber´. Wir werden ebenfalls, wie die Integrationsmoderatoren, vom Land Niedersachsen, dem Wirtschaftsministerium im Rahmen der Fachkräfteinitiative gefördert und das Ziel ist es, dem demographischen Wandel entgegenzuwirken mit dem Erschließen anderer Bevölkerungsgruppen, die für eine handwerkliche Ausbildung in Frage kommen. Und Betriebe zu beraten, hinsichtlich möglicher Schwierigkeiten vor der Ausbildung und auch während der Ausbildung bis zum Berufsabschluss.“

 

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Auf der Veranstaltung wurde außerdem vorgestellt, wie eine Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung abläuft. Auf einem „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich außerdem alle Teilnehmer miteinander austauschen und vernetzen.

Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen

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