Sendung: Mittendrin Redaktion
AutorIn: Antonia Rust
Datum:
Dauer: 02:44 Minuten bisher gehört: 29
In der Welt passiert ja im Moment nicht so viel lustiges: Da kann einem schon mal ganz schnell das lachen vergehen. Eine Comedy-Show der etwas anderen Art könnte da kurzfristig Abhilfe schaffen und Sie durch ihre Situationskomik und die spezielle Besetzung ein bisschen Aufheitern. Wie die Show „Lol: Last one laughing“ unserer Kolleging Antonia Rist gefallen hat, hören Sie jetzt:

Manuskript

Text

Deutsche Comedy sei nicht lustig: Wie oft hört man zum Beispiel im Café am Nachbartisch zwei Mittdreißiger-Möchtegern-Hipster mit ihren frozen Ziegenmilch-Vanilla-Creme-Chai Lattes diesen Satz sagen. Oft gefolgt von: Die Amerikaner und Engländer machen das einfach soooo viel besser. Und sowieso hätten sie selbst auch gar keinen Fernseher mehr zuhause, denn den bräuchte ja auch niemand mehr, denn heutzutage schaut eh keiner mehr lineares Fernsehen. All das wird mit einem leicht süffisant-überheblichen Lächeln auf den Lippen mal eben so dahin gesagt. Dass das nicht wahr ist, will die Serie „Lol: Last one laughing“ beweisen. Sie will vor allem eins erreichen: Dass Sie endlich mal wieder vor Lachen fast vom Sofa fallen. Sie setzt dabei auf Old-School Comedy und verbindet dabei alles, was das Witze-Herz höher schlagen lässt: Altbekannte und immer noch geliebte Gesichter der deutschen Comedy Szene, eine unmögliche Aufgabe und einen schier unendlichen Vorrat an Kostümen und Requisiten. Worum es in der Show von und mit Michael Bully Herbig geht? Ganz einfach: Niemand darf lachen! Im Big Brother-Style wurde ein Studio rundherum mit Kameras ausgestattet. Für sechs Stunden werden 10 prominente Komiker*innen in dieses Studio eingesperrt und wer lacht, fliegt wieder raus. Wer durchhält, bekommt dann 50.000€ für den guten Zweck. Das klingt jetzt vielleicht im ersten Moment noch nicht nach einem aufregenden Showkonzept. Aber die absurde Brillianz steckt auch in den Teilnehmer*innen dieses Formats. Denn wenn Teddy Teclebrhan mit einem Hamster Panflöte spielt, Kurt Krömer das Ave Maria improvisiert und Max Giermann sich vor laufender Kamera die Haare abrasiert, bleibt oft kaum ein Auge mehr trocken. Und auch die weiblichen Teilnehmer*innen, wie Anke Engelke und Carolin Kebekus zeigen sich von ihrer besten Comedy-Seite. Neben diesen mal improvisierten, mal geplanten Vorstellungen der Teilnehmenden, tauchen auch immer wieder Überraschungsgäste mit teils sehr ausgefallenen Talenten auf. Und, wie recht schnell klar wird, ist es auch für die Teilnehmenden quasi unmöglich, sich sogar das kleinste Schmunzeln zu verkneifen. Wer Gefallen an der ersten Staffel findet, die sechs halbstündige Folgen hat, kann sich übrigens auch schon auf eine zweite freuen: diese soll voraussichtlich ab Oktober verfügbar sein. Freundinnen und Freunde des gehobenen Humors werden die Situationskomik und die teilweise sehr flachen Witze und absurden Gags zwar vielleicht nicht allzu unterhaltend finden. Alle, die damit keine Probleme haben und eine kleine Aufheiterung im Home-Office Alltag gebrauchen können, sind mit „LoL: last one laughing“ aber wohl richtig aufgehoben.