Geschrieben von Johannes Meinecke
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Forscher der Arbeitsgruppe für Bedrohte Arten der Universität Göttingen haben im Südwesten Kameruns Landschaften auf ihren Waldanteil hin untersucht. Sie wollen herausfinden, wie viel Waldanteil notwendig ist, um unterschiedlichen Vogelarten ausreichend Lebensraum zu bieten. Die Studie analysiert die Beziehung zwischen Vogelvielfalt und Waldbedeckung in einem etwa 4.000 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet. Die dort gewonnenen Daten weisen darauf hin, dass der Waldanteil nicht unter 40 Prozent sinken sollte, wenn drastische Verluste der Vogelartenvielfalt vermieden werden sollen. Stark spezialisierte Vogelarten würden bereits ab Waldanteilen unter 70 Prozent deutlich zurückgehen und durch generalistische Vögel, die in verschiedenen Lebensräumen zuhause seien können, ersetzt werden. Laut Denis Kupsch, dem Erstautor der Studie, sollen die Schwellenwerte bei der Festlegung von Naturschutzstrategien für tropische Waldlandschaften eine Rolle spielen. Besonders in tropischen Regionen nehme der Druck, Agrarflächen intensiv zu nutzen, stetig zu.