Geschrieben von Johannes Meinecke
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Einem internationalen Forscherteam unter der Leitung der Universität Göttingen und des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) ist es gelungen, zum ersten Mal drei supermassereiche Schwarze Löcher im Kern einer Galaxie nachzuweisen. Die Studie der Wissenschaftler verweist außerdem auf simultane Verschmelzungsprozesse bei der Entstehung der größten Galaxien im Universum. Große Galaxien wie die Milchstraße bestehen typischerweise aus 100 bis 300 Milliarden Sternen. Das Zentrum der Sternengebilde besteht aus einem Schwarzes Loch mit extremer Masse zwischen einigen Millionen bis 100 Millionen Sonnenmassen. Die neue Studie beschäftigt sich mit der Galaxie NGC 6240, die aufgrund ihrer besonderen Form als irreguläre Galaxie bezeichnet wird. Bisher sind Astronomen davon ausgegangen, dass sie durch die Kollision zweier kleinerer Galaxien entstanden ist und ihr Kern deswegen aus zwei Schwarzen Löchern besteht. Laut Wolfram Kollatschny vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen sei durch Beobachtungen mit extrem hoher räumlicher Auflösung erkennbar, dass der Kern von NGC 6240 stattdessen drei supermassereiche Schwarze Löcher enthält. Jedes Einzelne weise eine Masse von mehr als 90 Millionen Sonnen auf. Eine derartige Konzentration von drei supermassereichen Schwarzen Löchern sei bisher im Universum noch nie entdeckt worden, so Peter Weilbacher vom AIP. Der vorliegende Fall liefere Hinweise auf die simultane Verschmelzung von ursprünglich drei Galaxien. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die beobachtete, sich anbahnende Verschmelzung der supermassereichen Schwarzer Löcher in wenigen Millionen Jahren auch sehr starke Gravitationswellen erzeugen wird. In absehbarer Zukunft können Signale ähnlicher Objekte mit dem geplanten satellitengestützten Gravitationswellendetektor LISA vermessen und weitere verschmelzende Systeme entdeckt werden.