Göttinger Forscher untersuchen Verbindung zwischen Körpergewicht und globalem Kalorienbedarf
Göttinger Forscher haben den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und globalem Kalorienbedarf untersucht. Im Gegensatz zu bisherigen Untersuchungen analysierten die Wissenschaftler, wie sich der tatsächliche Bedarf an Essen entwickeln wird. Danach führt ein steigender Body Mass Index (BMI), der das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße bewertet, und eine steigende Körpergröße zu einem markanten Anstieg des globalen Kalorienbedarfs. In den meisten Ländern nehmen die durchschnittliche Körpergröße sowie der BMI zu. Um das Gewicht zu halten, würde folglich mehr gegessen. Anhand von Daten aus den Niederlanden und Mexiko entwickelten die Forscher ein realistisches Szenario. Danach würde allein für den Fall, dass der BMI und die Körpergröße konstant blieben, der globale Kalorienbedarf bis ins Jahr 2100 bereits um über 60 Prozent zunehmen. Bei steigendem BMI, wie in Mexiko beobachtet, und steigender Körpergröße, wie in den Niederlanden beobachtet, kämen noch einmal über 18 Prozentpunkte hinzu. Falls die globale Lebensmittelproduktion dem nicht entsprechen könne, würde dies zu Folgeproblemen führen. Laut der Wissenschaftler würden reichere Personen ihre Ernährungsgewohnheiten beibehalten können, während die arme Bevölkerung stark unter den höheren Preisen aufgrund der vermehrten Nachfrage leiden würde. Dies könne dann zum erhöhten Konsum von günstigen Nahrungsmitteln führen, die oft reich an Kalorien, aber arm an Nährstoffen sind. In der Folge könnte auch unter der armen Bevölkerung das Körpergewicht weiter steigen, während die Mangelernährung zunimmt.