Göttingen: Scharfe Kritik aus der Politik an Kemmerichs Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten
Mehrere Göttinger Bundestagsabgeordnete haben die Vorgänge um die Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten Thüringens scharf kritisiert. Jürgen Trittin von den Grünen bezeichnete das Ergebnis der Wahl als Kulturbruch. Alle Beteuerungen von FDP und CDU, sich von der AfD abzugrenzen, seien nur leeres Geschwätz. Die FDP hätte nicht mit den Grünen reden wollen und lasse sich nun von Höcke-Faschisten in die Regierung wählen, so Trittin. Die CDU stelle dafür die Hilfe, fügte er hinzu. Nach 80 Jahren würde sich damit die Geschichte auf gefährliche Art und Weise wiederholen, denn schon einmal hätte eine Harzburger Front Faschisten den Weg bereitet. Auch der Göttinger FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle mahnte, dass die FDP sich nicht zum Steigbügelhalter der AfD machen lasse. Sie dürfe sich deshalb auch nicht von ihr abhängig machen. Eine von Kemmerich angestrebte Zusammenarbeit mit CDU, SPD und Grünen käme weder zustande, noch würde sie eine Mehrheit im Thüringischen Landtag erhalten. Der einzige richtige Weg sei deshalb, den Weg für eine Neuwahl in Thüringen frei zu machen. Das fordert auch die Göttinger FDP-Kreistagsfraktion. Sie machte zudem deutlich, niemals mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Im gesamten Bundesgebiet kam es wegen Kemmerichs Wahl gestern zu Spontandemonstrationen. Kemmerich gab Medienberichten zufolge dem Druck inzwischen nach und ist von seinem Ministerpräsidentenamt zurückgetreten.