Forscherteam mit Beteiligung Göttinger Universität hat Bewegung von Bakterien erforscht
Ein Forscherteam mit Beteiligung der Göttinger Universität hat die Bewegung von Bakterien erforscht. Dabei entdeckten sie bei dem magnetotaktischen Bakterium Magnetococcus marinus Bewegungen, die an Loopings erinnern. Das Bakterium schwimmt mit Hilfe von zwei Bündeln von Geißeln, die nahe beieinander auf dem Zellkörper verankert sind. Diese zeigen beim Schwimmen in entgegengesetzte Richtung. Dadurch wird die Bakterienzelle von einem Bündel gezogen und vom anderen geschoben. Diese Art des Antriebs wurde noch bei keinem anderen Mikroorganismus beobachtet. Die ungewöhnlichen Schwimmweise könnte in einer sedimentären Umgebung voller Hindernisse, die durch Schleifen umgangen werden können, hilfreich sein, so Stefan Klumpp vom Institut für Dynamik komplexer Systeme der Universität Göttingen. Diese Besonderheit könnte auch in der medizinischen Mikrorobotik ausgenutzt werden, um sich im Blut von Patienten zu bewegen und zum Beispiel schnell einen Tumor zu erreichen.