Tafeln reagieren auf Corona-Virus - Bislang aber keine Schließungen in Südniedersachsen
Da immer mehr Tafeln wegen der Ausbreitung des Corona-Virus schließen, appelliert die Tafel Deutschland an die Bevölkerung. Nach Angaben der Pressesprecherin Anna Verres sind davon in Niedersachsen bislang nur die Tafeln in Hannover und Stade betroffen. Rund 1,6 Millionen Menschen sind bundesweit auf die Tafel angewiesen. Da aber etwa 90 Prozent der 60.000 Ehrenamtlichen aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählen, hatten zuletzt etwa 30 Tafeln ihre Lebensmittelausgabe bis auf Weiteres eingestellt. Der Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, hofft nun auf Hilfe jüngerer Menschen, die die Tafel bei der Ausgabe von Lebensmitteln unterstützen. So sollen beispielsweise Lieferdienste eingerichtet oder ausgeweitet, Lebensmittel eingepackt oder im Freien verteilt werden. Ziel müsse es sein, die Sozialkontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Auch aus wirtschaftlicher Sicht stelle die Problematik die Tafel vor Herausforderungen. Die Finanzierung der Tafel läuft über Spenden und symbolische Beiträge der Nutzer. Aber auch bei Schließung der Tafeln müssten weiter Kosten für die Miete oder Fahrzeugversicherungen gedeckt werden. Daher fordert Brühl Unterstützung von der Politik, damit eine langfristige Schließung vermieden werden kann. Die Tafel Northeim hat zurzeit weiter geöffnet, lässt jedoch nur eine begrenzte Personenzahl in ihre Räumlichkeiten. Zudem sind im Verkauf maximal zwei Personen tätig. Die Tafeln Göttingen und Osterode waren telefonisch nicht erreichbar.