Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben nachhaltige Gewinnung von Palmöl untersucht
Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen haben in einer Studie untersucht, wie die Gewinnung von Palmöl nachhaltig gestaltet werden kann. Zusammen mit Forschern der indonesischen IPB University Bogor werteten sie dazu Forschungsergebnisse zu den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Effekten des Ölpalmenanbaus in Afrika, Asien und Lateinamerika aus. Obwohl die Palmölproduktion erheblich zur Abholzung von Regenwäldern und zum Verlust von Artenvielfalt beitrage, habe die starke Ausdehnung des Ölpalmenanbaus gerade in Asien auch deutlich zum wirtschaftlichen Wachstum und zur Armutsbekämpfung beigetragen. Die Produktion oder den Handel mit Palmöl zu verbieten, wäre keine nachhaltige Lösung, so Matin Qaim, Agrarökonom an der Universität Göttingen und Erstautor der Studie. Weil Ölpalmen pro Hektar Fläche mehr als dreimal so viel Öl wie Soja, Raps oder Sonnenblumen produzierten, bräuchte es bei einer kompletten Umstellung von Palmöl auf andere Pflanzenöle deutlich mehr Anbaufläche. Dazu müssten zusätzliche Wälder und Naturräume in Ackerland umgewandelt werden. Stattdessen müsse es aus Sicht der Wissenschaftler Ziel von Forschung und Politik sein, die Palmölproduktion zukünftig umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. So könnten beispielsweise Mosaiklandschaften, wo Ölpalmen mit Waldstreifen und anderen Natur- und Kulturpflanzen kombiniert werden, zum Erhalt von Biodiversität und Ökosystemfunktionen beitragen.