Grünenpolitiker besorgt wegen rassistischer Kommentare rund um Göttinger Corona-Ausbruch
Die Stadt- und Kreisvorstände von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Göttingen haben sich über rassistische Kommentare rund um die Berichterstattung zum Covid 19-Ausbruch in Göttingen besorgt gezeigt. Die Stadt sei wegen der hohen Zahl von Neuinfektionen verstärkt in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Als Folge hätten die Bewohner des Iduna-Zentrums und so benannte Großfamilien die Berichterstattung beklagt. Aus Sicht der Grünen seien die Bewohner des Hauses ohnehin mit Vorbehalten konfrontiert und würden oftmals in sehr schlechten Verhältnissen leben. Viele Kommentare würden sie nun als Verantwortliche für die erneuten Schließungen in Schulen und Sportvereinen darstellen. Die Verbände betonen, dass unabhängig vom Verhalten Einzelner alle Infizierten zunächst einmal Opfer der Pandemie seien. Corona treffe Menschen jeden Glaubens, jeder Herkunft, aber gerade sozial Schwache besonders. Weiterhin sind die Grünen überzeugt, dass die Darstellung der Stadtverwaltung keine ausgrenzende Wirkung intendiert hat. Vielmehr habe die Verwaltung mit Unterstützung der Universitätsmedizin und der Polizei schnell und umsichtig gehandelt. Desto wichtiger sei nun aber die lückenlose Aufklärung sämtlicher Vorwürfe der Bewohner. Die Stadtverwaltung sei deshalb aufgefordert, den Kontakt zu den Betroffenen zu suchen und zu ihren Vorwürfen Stellung zu beziehen. Ein aktives Zugehen wäre ein Signal, dass kein Interesse an einem Gegeneinander, sondern an einem Miteinander aller Bürger Göttingens bestehe.