Zwischenbilanz der Soko: 36 Tatverdächtige und 13 Ermittlungsverfahren nach Ausschreitungen an der Groner Landstraße
Die wegen der Ausschreitungen an der Groner Landstraße eingerichtete Sonderkommission der Göttinger Polizei hat nun eine erste Zwischenbilanz des Polizeieinsatzes im Juni vorgelegt. Dieser zufolge wurden 13 Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeivollzugsbeamte und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Die Soko hat bislang 25 von 36 Tatverdächtigen sicher identifizieren können. Grund für die Ausschreitungen am 20. Juni war die wegen der zahlreichen Corona-Fälle verhängte Quarantäne über den Wohnkomplex an der Groner Landstraße. Zudem hatte auf der Straße eine Demonstration gegen Mietenwahnsinn stattgefunden. Im Zuge der Unruhen waren elf Polizeibeamte verletzt worden. Von ihnen waren im Anschluss drei vorläufig nicht mehr dienstfähig. Die Soko leitete in Folge vier Durchsuchungen, sowie Fahndungen und Vernehmungen von Zeugen ein. Zudem gab es wegen Fluchtgefahr drei vorläufige Festnahmen. Polizeipräsident Uwe Lührig kritisierte, dass vereinzelte Demonstrationsteilnehmer die Angriffe auf die Beamten beklatscht hätten und mahnte trotz Differenzen zu einem Mindestmaß an Respekt und Achtung. Zugleich lobte er auch die Mehrheit der Wohnkomplexbewohner, die sich zurückhaltend und kooperativ verhalten hätten. Das Solidaritätsbündnis #GronerLand fordert unterdessen komplette Straffreiheit für die Tatverdächtigen und wirft der Polizei vor, dass die Situation erst durch deren Einsatz eskaliert sei. Es bewertet die Quarantäne-Maßnahmen weiterhin als unverhältnismäßig und wirft den Behörden Rassismus und Klassismus vor. Um Anwaltskosten und mögliche Strafzahlungen zu finanzieren, hat das Bündnis nun eine Spendenkampagne gestartet.