Göttinger Transplantationsprozess: Freigesprochener Arzt erhält 1,2 Millionen Euro Entschädigung vom Land
Das Land Niedersachsen muss den im Rahmen des Göttinger Transplantationsprozesses freigesprochenen Arzt 1,2 Millionen Euro Entschädigung zahlen. Das hat heute der 11. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Braunschweig entschieden. Der Arzt hatte geklagt, weil er rund elf Monate in Untersuchungshaft verbracht hatte und deswegen auch eine Stelle in Jordanien nicht hatte annehmen können. Bei dieser hätte er monatlich 50.000 US-Dollar verdient. Zudem hatte der Arzt eine Kaution von 500.000 Euro zahlen müssen, um aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Das Gericht bestätigte ihm nun einen Anspruch von 80.000 Euro, weil er für die Kaution ein Darlehen hatte aufnehmen müssen und somit einen Zinsschaden erlitten hat. Zudem verurteilte es das Land zu einer Zahlung von 1,1 Millionen Euro für das entgangene Einkommen, weil der Arzt die Stelle in Jordanien nicht hatte antreten können. Eine Revision gegen das Urteil ist nicht möglich.