Göttinger Fraktionen streiten um Zukunft der Parkplätze auf dem Albaniplatz
Um die zukünftige Gestaltung des Albaniplatzes vor der Stadthalle in Göttingen ist ein heftiger Streit zwischen den Fraktionen im Rat der Stadt Göttingen entbrannt. Hintergrund der Debatte ist der geplante Wegfall der Parkplätze auf dem Albaniplatz. Für die weitgehend autofreie Umfeldgestaltung der Stadthalle habe der Rat im November 2019 den Antrag von SPD und Grünen bereits einstimmig beschlossen, so die SPD. Als Ersatz für den Albaniplatz sollen weitere neue Parkplätze am Rande der Innenstadt und fußläufig zur Stadthalle geschaffen werden. Für die CDU werde das Vorhaben durch eine breite Öffentlichkeit abgelehnt. Weiter sieht die CDU eine Gefährdung der Attraktivität der Innenstadt, wenn nicht ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden seien. Die Grünen und das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung kritisierten in diesem Zusammenhang insbesondere die Aussagen des Landrates Bernhard Reuter. Dieser habe die dargestellte Situation im Busverkehr als für ihn inakzeptabel bezeichnet. Daraus habe Reuter im Kreistag den Anspruch auf die Nutzung eines Privat-Pkw abgeleitet und auch einen Anspruch an die Stadt, diesem im öffentlichen Raum am Albaniplatz den dafür benötigten kostenlosen Parkraum zur Verfügung zu stellen, so das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung, welches die Pläne von SPD und Grünen unterstützt. Weiter sieht es das Bündnis kritisch, das der Landkreis viel Geld in den Ausbau immer schnellerer Straßenverbindungen investiere und den ÖPNV aus ihrer Sicht vernachlässigt habe. Für die Grünen sei das Parken im öffentlichen Raum zunehmend problematisch und müsse überdacht werden. Die unbedingte Gleichsetzung von Mobilität und „Auto fahren“ müsse der Vergangenheit angehören. Der Wegfall der Parkplätze sei keine Gefährdung der Innenstadt, sondern vielmehr nötig, um die Attraktivität der Stadt auch künftig zu sichern, so die Grünen.