Geschrieben von Jennifer Bullert
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Die Novellierung des Kita-Gesetzes stößt in Göttingen auf Ablehnung. Die Kitas im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis kritisieren den vorliegenden Entwurf als nicht zeitgemäß. Das aktuelle Kita-Gesetz gilt seit 1993. Der Entwurf sehe nun jedoch keine wirklichen Änderungen vor, bemängelt der Kirchenkreis. Statt Projektstellen müsse ein verlässlicher Personalschlüssel eingeführt werden. Gefordert wird unter anderem eine festgeschriebene dritte Kraft in der Krippe sowie ein Rechtsanspruch auf einen Integrationsplatz. Neben dem Kirchenkreis übt auch Wibke Hansen, Leiterin des Waldorfkinderhaus Michael Kindergartens in Göttingen Weende, Kritik an der Novellierung: „Wenn man sich vorstellt, wie vor 27 Jahren die Kindergärten waren, denn davon ist das Gesetz, was jetzt gerade noch in Kraft ist: Da waren die meisten Kindertagesstätten ab drei, die Kinder mussten trocken sein, und vier oder fünf Stunden am Vormittag. Heute sind wir bei Kindern ab eins oder noch früher, kommen in die Einrichtung, die allermeisten sind ganztags da. Und die Vorbereitungszeit für alle Fachkräfte zusammen von einer Gruppe liegt bei 7,5 Stunden. Wir haben oft vier Fachkräfte, die sich in einer Gruppe das dann teilen müssen, und das reicht hinten und vorne nicht. Aber wir sollen unsere Qualität weiterhin immer mehr verbessern und das ist damit einfach nicht möglich mit diesem Gesetz.“ Bis Samstag wollen sich Kitas in Göttingen an verschiedenen Aktionen beteiligen, um ihren Unmut über die Novelle des Kita-Gesetzes kundzutun. Geplant ist unter anderem, dass mehrere Kitas ab morgen Plakate mit Forderungen zum neuen Gesetz an ihren Zäunen befestigen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen ruft zudem zu einer Postkartenaktion auf, um gegen die Novellierung zu protestieren.