Geschrieben von Julia Kleine
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Der CDU-Stadtverband hat der Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt Führungsversagen vorgeworfen. Hintergrund ist ein Untreueverfahren, das aktuell gegen einen früheren Mitarbeiter des Sozialamts läuft. Broistedt fehle der Wille, die Missbrauchsstrukturen in ihrem Fachbereich trocken zu legen, hieß es in einer Mitteilung. Mittlerweile trage die Sozialdezernentin Verantwortung für zahlreiche Imageschäden. So sei ihr Verwaltungsbereich bei der Bewältigung der Corona-Krise im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, als es Infektionsfälle in mehreren sozialen Brennpunkten der Stadt gegeben hatte. Der SPD-Stadtverband wies die Vorwürfe umgehend zurück und stellte sich hinter die Sozialdezernentin. Ziel der CDU-Kampagne gegen Broistedt sei es offenbar, den Ruf der Sozialdezernentin, die gleichzeitig auch Oberbürgermeisterkandidatin der SPD ist, zu schädigen. Der Dezernentin mangelnde Führungskompetenz und Willen vorzuwerfen, weil erneut ein Mitarbeiter in die Kasse gefasst habe, sei unverantwortlich, so der SPD-Stadtverbandsvorstand. Es habe in der Zeit, in der Broistedt Dezernentin ist, einen einzigen Fall der Untreue im Sozialamt gegeben. Auch die Kritik am Management der Corona-Krise wies die SPD zurück. Broistedt habe nicht einfach weggeschaut, sondern richtig und entschlossen gehandelt, so die Sozialdemokraten. Auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler stärkte seiner Dezernentin den Rücken. Er sehe als Oberbürgermeister dieser Stadt keinerlei Veranlassung, das Handeln von Petra Broistedt zu kritisieren. Sie genieße uneingeschränkt sein Vertrauen als Dezernentin für Kultur und Soziales und als Leiterin des Corona-Einsatzstabs.