Besonderer Fund in Einhornhöhle: Neandertaler offenbar kognitiv besser veranlagt als gedacht
Ein etwa 50.000 Jahre alter Fund aus der Einhornhöhle im Landkreis Göttingen legt die Vermutung nahe, dass Neandertaler ausgeprägtere kognitive Fähigkeiten besessen haben, als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter der Leitung der Universität Göttingen und des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege. Bei dem Fund handelt es sich um einen Knochen, auf dem ein winkelartiges Muster aus sechs Kerben entdeckt wurde, bei denen es sich nach Angaben der Forscher*innen eindeutig um eine Verzierung handeln muss. Diese Entdeckung mache auch aufgrund ihres Alters von über 50.000 Jahren deutlich, dass die Neandertaler bereits Jahrtausende vor Ankunft des modernen Menschen in Europa in der Lage war, kreative Schaffenskraft zu entwickeln und wohl auch mit Symbolen zu kommunizieren, so der Projektleiter Thomas Terberger. Bisher wurde vor allem davon ausgegangen, dass die Neandertaler Schmuckobjekte von modernen Menschen nachgeahmt hätten. Bisher bekannte Schmuckobjekte von Neandertalern wurden auf ein Alter von etwa 40.000 Jahre datiert, zu dieser Zeit hatte der moderne Mensch sich laut der Forschenden bereits in Europa ausgebreitet. Terberger sagte weiter, der verzierte Knochen von der Einhornhöhle repräsentiere das nun älteste gefundene verzierte Objekt Niedersachsens und einen der bedeutendsten Funde aus der Zeit des Neandertalers in Mitteleuropa.