Forschende der UMG untersuchen Auswirkungen der Pandemieschutzmaßnahmen auf psychisch Erkrankte
Forschende der Universitätsmedizin Göttingen haben in einer Langzeitstudie die Auswirkungen der Maßnahmen zur Pandemiebewältigung auf Menschen mit psychischen Vorerkrankungen untersucht. Dabei stellten die Forschenden fest, dass der Verlauf der psychischen Belastung bei Patient*innen mit psychischen Vorerkrankungen dem Verlauf einer normalen Stressreaktion der Allgemeinbevölkerung entspricht. Die Patient*innen reagierten jeweils mit Belastung und Entlastung auf die geltenden Beschränkungen wie Lockdown und Lockerungen. Jedoch wiesen die Forschenden darauf hin, dass das Stresserleben bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen hoch sei. Darum sollte der Langzeitverlauf der psychischen Belastung weiter beobachtet werden, um Verschlechterungen rechtzeitig zu erkennen. Auch stellten die Forschenden fest, dass im zweiten Lockdown die Schutzfaktoren der Studienteilnehmer*innen abgenommen haben. Diese könnten in der Zukunft noch weiter abnehmen. Insgesamt haben 213 Patient*innen zwischen 18 und 95 Jahren mit psychischen Vorerkrankungen an der Studie teilgenommen.