Bündnis "Friedland ist bunt" demonstriert mit rund 200 Teilnehmenden gegen rechte Szene
Knapp 200 Menschen haben heute beim Mahnmal in Friedland gegen eine Versammlung der rechten Szene demonstriert. Wie die Polizei mitteilte, sollen sich insgesamt 16 Teilnehmende bei der Veranstaltung aus dem rechten Milieu eingefunden haben. Auf der Wiese vor dem Mahnmal hielten verschiedene Landtagskandidatinnen und -kandidaten, weitere Politiker sowie Vertreter des Museums Friedland und der KZ-Gedenkstätte Moringen Redebeiträge des Gegenprotests. In diesen wiesen sie noch einmal darauf hin, dass es wichtig sei, der rechten Szene laut und entschieden entgegen zu treten. Barbara Decker, zuständig für die Pressearbeit des Bündnisses "Friedland ist bunt", zeigte sich erfreut über die breite Beteiligung am Gegenprotest, gab aber auch zu bedenken, was in vielen Redebeiträgen sowie Einzelgesprächen thematisiert worden sei : „Die Aussage des Mahnmals, was ja den deutschen Opfern des Zweiten Weltkrieges gedenkt, ist durchaus kritikwürdig und nicht ohne Grund werden dort rechtsextreme Versammlungen durchgeführt seit einigen Jahren. Sodass sich viele Beteiligte auch einig waren: Es gilt auch sich in Zukunft kritisch damit zu befassen: Wofür soll das Mahnmal Friedland denn in Zukunft stehen? Und ist es nicht auch Zeit, da eine Veränderung vorzunehmen oder das umzuwidmen? Denn die eigentlichen Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus werden auf dem Mahnmal gar nicht erwähnt.“ Wie die Polizei mitteilte, verliefen beide Demonstrationen ohne größere Zwischenfälle. Lediglich zwei Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden. So habe eine Person aus ihrem Wohnhaus in Friedland beim Vorbeziehen des Gegenprotests den Hitlergruß gezeigt. Außerdem habe ein Teilnehmer der "Aufbruch-Heimat"-Kundgebung das Kennzeichen an seinem Auto optisch verändert. (zuletzt aktualisiert am 21.08. um 17:01 Uhr)