Neue Düngeverordnung des Landes tritt in Kraft - Scharfe Kritik kommt vom Kreisbauernberband
Das Land Niedersachsen hat Änderungen an der bestehenden Düngeverordnung beschlossen. Ziel der Änderungen ist es Nährstoffeinträge in das Grundwasser durch die Landwirtschaft zu verringern. Im Zuge der Änderungen wurden auch Schutzgebiete neu ausgewiesen. Ein solches Gebiet wurde dabei auch im Bereich einer Messstelle bei Lenglern eingerichtet. Scharfe Kritik daran kommt vom Kreisbauernverband. Der hohe Nitratgehalt an der Messtelle würde die umliegenden Gewässer in keiner Weise gefährden. Alle Grundwasserstellen in der Region sind als unbelastet eingestuft. Der Grund für die hohen Messwerte liegt nicht an der Düngung wie der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Achim Hübner, dem StadtRadio gegenüber darlegt. „Wenn man Ackerflächen nicht alle fünf Jahre umbricht, drohen die automatisch in Grünland zu mutieren, also mindestens die Hälfte ihre Wertes zu verlieren. Und unsere Landwirtschaft hier arbeitet zu ungefähr zwei Dritteln auf Pachtflächen, also mit dem Vermögen anderer Leute und die Leute wollen natürlich am Ende auch irgendwie Ackerland wiederhaben. Und deswegen sind im Winter 2013/14 in der Größenordnung von 700 Hektar solche Ackerschutzbrachen umgedreht worden. Und wenn man lange Zeit nicht bewirtschaftet hat und so eine faktisch entstandene Grünlandnarbe umdreht, also mit Luft durchmischt und damit Wärm und Sauerstoff reinbringt, gibt es da eine erkennbare Nitratfreisetzung“ Der Bereich um die Messstelle sei Lenglern sei aus Gründen des Gewässerschutzes für die landwirtschaftliche Nutzung schon seit Jahren teilweise stillgelegt gewesen. Das neu ausgewiesene Schutzgebiet umfasst einen Radius von ca. drei Kilometer um die Messstelle. Für die umliegenden Landwirte bedeutet das, dass sie dort nur noch eingeschränkt düngen dürfen. Die Folge davon können Ertragsminderungen seien, deren Höhe noch nicht fest steht.