Geschrieben von Benita Heukamp
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Drei Göttinger Wissenschaftler*innen erhalten durch den Europäischen Forschungsrat (ERC) eine Förderung in Höhe von jeweils 1,5 Millionen Euro. Dies gaben die Universitätsmedizin Göttingen (UMG), das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und die Universität Göttingen in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Prof. Dr. Hauke Hillen, Dr. Marieke Oudelaar und Dr. Saskia Limbach werden über einen Zeitraum von fünf Jahren finanziell unterstützt. Prof. Dr. Hillen untersucht, wie die Kraftwerke der Zellen - die Mitochondrien - Proteine herstellen. Der Bauplan der Proteine ist in der RNA enthalten. Kommt es beispielsweise durch einen genetischen Defekt zu Fehlern bei der Verarbeitung der RNA, so kann dies schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben. Die Forschung soll unter anderem neue Therapieansätze für solche Erkrankungen schaffen. Die Molekularbiologin Dr. Oudellar zielt mit ihren Untersuchungen darauf, wie Genome organisiert und reguliert werden. Erforscht werden soll unter anderem, wie die Aktivität der Gene mit der räumlichen Organisation der DNA in den Zellen zusammenhängt. Die Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, die molekularen Grundlagen genetischer Krankheiten besser zu verstehen und Therapiemöglichkeiten zu entwickeln. Die dritte Förderung geht an die Historikerin Dr. Limbach. Gemeinsam mit ihrem Team untersucht sie, welche Auswirkungen der rasante wirtschaftliche Wandel, ausgelöst durch den Buchdruck, auf die Handlungsspielräume und Rechte von Buchdruckerwitwen im Alten Reich hatte. In dem Projekt soll rekonstruiert werden, wie die professionellen Netzwerke an Buchdruckerinnen und deren Beziehung zu Verlegern ausgesehen haben könnten. Bisher wurden die Buchdruckerwitwen von der Forschung nicht wahrgenommen. Der ERC wurde im Jahr 2007 von der Europäischen Kommission eingerichtet, um herausragende Wissenschaftler*innen mit innovativen Forschungsprojekten zu fördern. In diesem Jahr wurden Fördergelder in Höhe von 628 Millionen Euro vergeben.