Geschrieben von Steffen Hackbarth
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Die kirchlichen Beschäftigten am Ev. Krankenhaus Weende (EKW) wollen heute für ein besseres Tarifangebot eintreten. Um 12 Uhr wollen die kirchlichen Beschäftigten am EKW eine aktive Mittagspause der Gewerkschaft ver.di nutzen, um zum ersten Mal eine Tarifaktion durchzuführen in den Verhandlungen zwischen dem Diakonischen Dienstgeberverband (DDN) und ver.di. Das gab der ver.di-Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen in einer Mitteilung bekannt. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber sieht eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 4,2% ab 1. Mai 2024 vor und eine weitere Erhöhung um 4,0 % ab 1. Mai 2025 sowie einen Inflationsausgleich von 2450 Euro. Ver.di hat das Angebot mit Verweis auf die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit der Begründung „zu spät und zu wenig“ abgelehnt. Ebenso kritisiert ver.di, dass kein verbindliches Angebot zur Reduzierung der Arbeitszeit vorliegt. Im öffentlichen Dienst werden bereits ab März kommenden Jahres die Entgelte durchschnittlich um 11% erhöht und der Inflationsausgleich bei Vollbeschäftigung in voller Höhe von 3.000 Euro ausgeschöpft. Die bisherigen drei Verhandlungstermine im Juni, August und September konnten so keine Einigung herbeiführen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen dem DDN und ver.di beginnt am morgigen Dienstag. Laut einer Mitteilung nach den gescheiterten Verhandlungen im September, zeigt sich Dr. Jens Rannenberg, Verhandlungsführer des DDN, jedoch zuversichtlich, gemeinsam mit ver.di eine Lösung finden zu können. Der Tarifvertrag Diakonie Niedersachsen (TV DN) betrifft ca. 41.000 Beschäftigte in 220 Unternehmen. Die aktive Mittagspause ist eine der wenigen Möglichkeiten der Beschäftigten, sich für ihre tariflichen Interessen einzusetzen. Beschäftigte im TV DN müssen den Auftrag anerkennen „das Evangelium Jesu Christi in Wort und Tat zu bezeugen“. Das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen hebelt, indem die Tätigkeiten aus der christlichen Nächstenliebe abgeleitet werden, weitgehend das Streikrecht der Beschäftigten aus.