Marktwirtschaft wohl älter als gedacht - Göttinger Forschende finden Hinweise auf Wirtschaftssystem vor 3500 Jahren
Archäolog*innen der Universitäten Göttingen und Salento (Italien) haben Hinweise darauf gefunden, dass Elemente der Marktwirtschaft schon vor 3500 Jahren existiert haben könnten. Das gab die Uni in einer Pressemitteilung bekannt. In der Studie haben die Wissenschaftler*innen die Ausgabegewohnheiten der prähistorischen Europäer*innen während der Bronzezeit untersucht. Die Forscher*innen fanden heraus, dass die Gewichtswerte des damals verwendeten Metallgeldes die gleiche statistische Verteilung der täglichen Ausgaben aufwiesen wie in einem modernen westlichen Haushalt: Kleine alltägliche Ausgaben machten die große Mehrheit der Ausgaben aus, während größere Ausgaben vergleichsweise selten waren. Das wahrscheinlichste Szenario zur Erklärung der prähistorischen Daten ist nach Ansicht der Wissenschaftler*innen ein Wirtschaftssystem, das durch Angebot und Nachfrage reguliert wird und an dem alle Menschen proportional zu ihrem Einkommen beteiligt sind – also eine Marktwirtschaft. Diese Erkenntnisse widersprechen der verbreiteten Annahme, dass die prähistorische Wirtschaft ein primitives System war, das nur auf Tauschgeschäften und dem Austausch von Geschenken beruhte.