Polizei sieht Brandanschlag auf Studentenverbindung als "neue Qualität der Gewalt"
Nach dem Brandanschlag auf den Geräteschuppen der Studentenverbindung „Corps Hannovera“ in der Bürgerstraße sucht die Göttinger Polizei weiter nach den Tätern. Die Beamten gehen davon aus, dass der Anschlag Teil der andauernden Auseinandersetzungen zwischen Linker Szene und Burschenschaften ist. Dies schließt die Polizei aus den am Verbindungsgebäude gefundenen, mutmaßlich von den Tätern hinterlassenen Parolen und aus dem angegriffenen Objekt an sich. Im aktuellen Fall sei die konkrete Gefährdung von Menschenleben offenbar billigend in Kauf genommen worden, was aus Sicht der Polizei eine neue, besorgniserregende Qualität der Gewalt darstellt. Durch das Übergreifen des Brandes auf das Nachbargebäude und der damit verbundenen Entwicklung von Rauchgasen, die durch die Bodendielen bereits bis in eine der zwei Wohnungen vorgedrungen waren, bestand nach Einschätzung der Polizei eine konkrete Gefahr für Leib oder Leben der dort wohnenden Menschen, ein Mann und eine dreiköpfige Familie mit einem nur wenige Wochen alten Säugling. Kritik an dem Brandanschlag gab es auch von Seiten des ALFA-Landratskandidaten Michael Täuber. Er fordert nach dem Vorfall die Göttinger Parteien zu klaren Aussagen gegen linksextreme Gewalt auf. Völlig zu Recht werde jede Gewalt, die „von rechts“ ausgeht, scharf bekämpft. Das müsse auch für Gewalt „von links“ gelten.
Michael Täuber (Bild: ALFA)