Geschrieben von Frank Dullweber
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Viele Verbraucher sind der Meinung, dass die Leistungen der Landwirte in der Lebensmittelproduktion unfair entlohnt werden. Das geht aus einer Studie des Lehrstuhls „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ an der Universität Göttingen hervor. In der Studie sollten die Teilnehmer einschätzen, wieviel ein Landwirt bei den heutigen Preisen im Einzelhandel an Backwaren, Fleisch und Milch verdient. Zugleich sollten die Verbraucher angeben, welche Preise sie für angemessen halten würden. „Die Ergebnisse zeigen klar, dass viele Verbraucher in einer fairen Welt den Landwirten einen höheren Anteil zusprechen würden als den, der heute gezahlt wird“, so Gesa Busch, Hauptautorin der Studie. Das gelte vor allem für die Milchpreise. Der Lebensmitteleinzelhandel hingegen sollte nach Verbrauchermeinung bei allen Produkten Anteile abgeben. Die Wissenschaftler der Studie leiten von den Ergebnissen eine gewollte Stärkung der Landwirte ab und verweisen unter anderem auf die Situation in Schweden. Dort können die Verbraucher im Geschäft entscheiden, ob sie einen freiwilligen Aufschlag von etwa 10 Cent für die Bauern bezahlen möchten. Zwei Drittel der Verbraucher zahlen den Aufschlag, so die Wissenschaftler. An der Göttinger Studie haben insgesamt 350 Verbraucher teilgenommen.