HeRoes-Projekt „Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ in Göttingen vorgestellt
Bei einer Fachveranstaltung haben gestern junge Männer mit Migrationshintergrund das Berliner HeRoes-Projekt in der Polizeiinspektion Göttingen vorgestellt. Unter dem Titel „Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ berichteten die Teammitglieder von Schulworkshops, mit denen sie zur Gleichberechtigung von Mann und Frau beitragen wollen. Die HeRoes führen diese seit Montag in den Berufsbildenden Schulen Göttingen, Osterode und Hann. Münden durch. Conny Hiller von der Bonveno gGmbH hatte sie aufgrund von Erfahrungen in den Göttinger Flüchtlingsunterkünften eingeladen, wo das Thema „Ehre“ ebenfalls eine Rolle spielt: „Es sind einzelne Frauen, die sich beschwert haben, das sind aber auch starke emanzipierte geflüchtete Frauen, die gesagt haben, sie sind gefragt worden oder auch beschimpft worden: ‚Warum gehst du in das Badeparadies? Warum gehst du mit einem Badeanzug ins Schwimmbad? Das ist nicht okay für dich. Das passt nicht zu unserer Kultur. Du wirst ja wie eine Deutsche.‘ Das ist dann auch schon so ein kleiner Vorwurf. Auf Festen haben Frauen viel gelacht, viel getanzt. Auch das wurde dann kritisch beguckt oder auch Bemerkungen gemacht. Das sind so die kleinen Verhaltensweisen.“ Mittels der Schulworkshops wollen die HeRoes patriarchale Denkstrukturen bei den Jugendlichen hinterfragen und Alternativen aufzeigen. Das Projekt existiert seit 2007.
Devrim Emre, Can Alpbek und Serhat Acar vom HeRoes-Projekt aus Berlin haben in der Polizeiinspektion Göttingen von ihrer Arbeit berichtet. (Bild: Jennifer Bullert)