Geschrieben von Julia Kleine
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Göttinger Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie haben eine Möglichkeit gefunden, den Einsatz von Versuchstieren für die Produktion von Antikörpern drastisch zu reduzieren. Dazu entwickelten sie sogenannte sekundäre Nanobodies, die die meistgenutzten Antikörper ersetzen. Nanobodies sind Fragmente besonders einfach aufgebauter Mini-Antikörper aus Kamelen und ihnen verwandten Arten wie Alpakas. Sekundär-Nanobodies lassen sich in praktisch unbegrenzter Menge in Bakterien herstellen. Außerdem haben die sekundären Nanobodies bei vielen zellbiologischen Methoden Vorteile gegenüber ihren Antikörper-Pendants. Als zentraler Teil des Immunsystems schützen Antikörper Menschen und andere Wirbeltiere vor Krankheitserregern. Darüber hinaus sind sie unverzichtbare Werkzeuge in der medizinischen Diagnostik, der Therapie und der Grundlagenforschung – zum Beispiel in der Mikroskopie.

Die Alpakas des MPI für biophysikalische Chemie können sich auf einer großen Weide frei bewegen, sehr zur Freude von vorbeikommenden Spaziergängern und dem angrenzenden Kindergarten. Nachdem die Göttinger Forscher zwei der Alpakas sehr schonend immunisiert hatten, konnten sie die Baupläne für die sekundären Nanobodies aus einer kleinen Blutprobe der Tiere gewinnen. Mit den Bauplänen lassen sich Bakterien so programmieren, dass diese die Nanobodies in großen Mengen produzieren – ohne eine weitere Beteiligung von Tieren. (Bild: Irene Böttcher-Gajewski / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie)

Dreidimensionale Struktur eines Nanobodies. (Bild: Tino Pleiner und Sergei Trakhanov / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie)