Geschrieben von Julia Kleine
Datum:
Göttinger Archäologen haben vor dem Ausbau der A 7 zwischen Nörten-Hardenberg und Seesen 7.200 Jahre alte Siedlungsüberreste gesichert. Relevante Funde gab es bisher an drei Standorten. Am Römerschlachtfeld am Harzhorn konnten Schuhnägel geborgen werden. Sie sind schwer zu datieren, könnten aber von Schuhen römischer Legionäre des 3. Jahrhunderts nach Christus stammen. Bei Echte wurde keramisches Fundmaterial geborgen, das grob in die jüngere Steinzeit einzuordnen ist. Die besten Ergebnisse lieferten bisher zwei Schnitte in der Nähe von Imbshausen. Auf einer Geländekuppe südlich des Bierberges wurden bisher 80 Verfärbungen im Boden entdeckt, die als Hausgrundrisse identifiziert wurden. Gefundene Keramik, die den ersten Ackerbauern Mitteleuropas zuzuordnen ist, dürfte vermutlich vor mehr als 7.200 Jahren in den Boden gelangt sein, so die Forscher. Auch wurden Mahlstein-Fragmente zur Produktion von Schrot und Mehl, gebrannte Tierknochen und Steinwerkzeuge aus Feuerstein gefunden. Alle Befunde werden fotografiert, ausgemessen, dokumentiert und anschließend zeitlich eingeordnet. Auch Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten, Ernährung und Wirtschaft oder religiöse Sitten sind vielfach möglich.