Geschrieben von Jennifer Bullert und Tanita Schebitz
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Etwa 450 Menschen haben am Samstag an einer Demonstration des „8. März Bündnisses“ in der Göttinger Innenstadt teilgenommen. Grund für die Veranstaltung unter dem Motto „We Still Resist – Jeden Tag feministisch kämpfen!“ war, dass vielerorts Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität, Hautfarbe oder wegen ihrer Sexualität diskriminiert werden. Wie die Demonstration verlaufen ist, dazu ein Mitglied des „8. März Bündnis“: “Es ging uns darum zu zeigen, dass Feminismus grenzenlos ist, dass wir laut sind und zwar nicht nur hier in Göttingen, sondern weltweit. Die Demo ist gut verlaufen, es gab zwar einige Zwischenfälle mit der Polizei, die sich aber wieder geregelt haben. Wir haben laut gezeigt, dass wir für den Feminismus einstehen, dass wir kämpfen, dass wir da sind, dass wir laut sind und eine Stimme haben und haben damit, glaube ich, Erfolg gehabt.“ Bis auf einen Übergriff verlief die Demonstration weitgehend friedlich. Bei diesem sollen mehrere Polizeibeamte eine der demonstrierenden Personen festgehalten haben, um deren Identität festzustellen. Das Bündnis kritisierte das Verhalten der Polizei, insbesondere der anwesenden Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, als Provokation. Der Stadtverband der Grünen in Göttingen forderte eine Aufklärung des Polizeieinsatzes, der viele Fragen aufwerfe. Die Polizei Göttingen gab an, dass einige Versammlungsteilnehmer Pyrotechnik (Nebeltöpfe und ein Bengalo) abgebrannt hätten. Die Polizei habe entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Auch habe sie die Personalien einer Person festgestellen wollen, die mehrfach gegen die Stadtverordnung verstoßen hatte (Spuckie geklebt). Da sie sich zunächst geweigert habe, sei sie aus der Menge herausgeführt worden. Eine Vielzahl von Versammlungsteilnehmern habe versucht, die polizeiliche Maßnahme durch Schieben und Wegdrücken zu verhindern. Nach Rücksprache mit seinem Rechtsbeistand konnten später die Personalien ermittelt werden. In dieser Situation soll eine Versammlungsteilnehmerin zunächst eine Polizeibeamtin massiv von hinten angegangen haben. Anschließend habe die Frau ununterbrochen höchst aggressiv am Einsatzanzug und Arm eines Beamten gerissen, um ihn um- bzw. wegzureißen. Der Polizeibeamte habe diesen Angriff seinerseits nur durch körperliche Gewalt in Form eines Schlages gegen die Frau abwehren können. Das vorhandene Videomaterial werde derzeit von der Polizei ausgewertet und anschließend der Staatsanwaltschaft zur endgültigen Entscheidung hinsichtlich der Einleitung von Ermittlungsverfahren vorgelegt.

Eine der Demonstrationsteilnehmerinnen (Bild: Nico Kuhn)

Die Demonstranten auf dem Weg durch Göttingen (Bild: Nico Kuhn)

Demonstrationszug (Bild: Nico Kuhn)