Geschrieben von Tanita Schebitz
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Nach der Göttinger Linken Ratsfraktion haben sich auch die Partei und Piraten Ratsgruppe und die Grünen solidarisch mit den Hausbesetzern der Initiative „Our House Nansen 1“ gezeigt, die am Montag ein leerstehendes Wohnheim im Fritjof-Nansen-Weg besetzt hat. Damit möchte die Initiative auf die prekäre Wohnraumsituation in der Stadt aufmerksam machen und den Verkauf des Gebäudes durch die Stadt verhindern. SPD und CDU dagegen sehen die Besetzung als weder rechtlich noch moralisch gerechtfertigt an. Der Vorsitzende der Piraten und Partei Ratsgruppe, Francisco Welter-Schultes, stellte sich hinter die Forderung der Besetzer, Geflüchtete in dem Gebäude unter zu bringen. Gerade im Vergleich mit der Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe stelle das Gebäude eine deutlich bessere Alternative dar. Die Grünen teilten mit, sie stimmen mit den Besetzern darin überein, dass es nicht sein könne, dass es auf der einen Seite Leerstände, auf der anderen Seite aber Wohnraummangel und Unterbringungen von Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften gebe. Trotzdem halten sie am Verkauf des Gebäudekomplexes fest, um Investitionen zum Beispiel in Schulen, Kindertagesstätten und bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, so Regina Meyer von den Grünen. Zum Thema Siekhöhe ergänzte sie, dass ihre Partei bereits im vergangenen Jahr Alternativen beantragt hätte und jetzt einen weiteren Antrag konkreter werden würden. Unter anderem schlagen sie die Umnutzung leerstehender Gebäude, das Konzept Wohnen für Hilfe sowie Neubauten vor. Die Grüne Jugend Göttingen hingegen fordert, dass das Gebäude in öffentlicher Hand bleiben und als Wohnraum genutzt werden solle. CDU und SPD erklärten, dass die Besetzung des Gebäudes die Möglichkeiten der Stadt behindere, dieses zu verkaufen und so die finanziellen Spielräume für eine Verbesserung beispielsweise im sozialen Wohnungsbau zu erreichen.