Göttingen/Einbeck: Kritik von Grünen und FDP an neuem Feiertag in Niedersachsen
Der Reformationstag am 31. Oktober soll ab diesem Jahr zum neuen gesetzlichen Feiertag erklärt werden. Das hat die Landesregierung beschlossen, und will nun einen entsprechenden Gesetzesentwurf in den Landtag einbringen. Für den Reformationstag wurde sich aufgrund der protestantischen Prägung Norddeutschlands entschieden. Kritik kommt von Seiten der Grünen: Der Göttinger Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel sagte, die Große Koalition habe den Reformationstag entgegen der Bedenken von Verbänden und Kirchen und ohne echte Diskussion mit den Bürgern in Gutsherrenart durchgesetzt. Die zuvor geführte öffentliche Debatte habe deutlich gemacht, dass der Reformationstag mehr Unfrieden als Einigkeit stifte. Die Grünen hielten einen weltlichen Feiertag weiterhin für angemessen. Der Einbecker Christian Grascha von der FDP-Fraktion sagte, seine Partei lehne den zusätzlichen Feiertag für Niedersachsen nach wie vor ab. Gründe dafür seien einerseits die negativen Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit Niedersachsens, andererseits die künstliche Einführung dieses Feiertages. Er sei nicht entstanden, weil der Reformationstag gesellschaftlich verwurzelt und breit getragen sei, sondern weil der Ministerpräsident ein Wahlversprechen erfüllen wolle. Grascha sagte weiter, damit werde die Religion für politische Zwecke instrumentalisiert, ähnlich wie dies in Bayern Markus Söder mit den Kreuzen getan hätte.