Geschrieben von Julia Kleine
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Nach der verschobenen Schließung der Göttinger Flüchtlingsunterkunft Siekhöhe hat die Ratsfraktion der Göttinger Linken auf kurzfristige Alternativen für die Unterbringung der Bewohner hingewiesen. Neben der von den Flüchtlingsinitiativen in der Sozialausschusssitzung vorgestellten Möglichkeit, die Mietobergrenze für die Anmietung privater Wohnungen weniger strikt und formalistisch zu handhaben gebe es noch die Möglichkeit, das im städtischen Besitz befindliche Wohnheim am Fridjof-Nansen-Weg zu nutzen. Die Ratsfraktion kritisierte, dass ausgerechnet die Unterkunft, die die ungünstigsten Bedingungen für geflohene Menschen biete, mittlerweile fast den längsten Bestandsschutz in Göttingen bekäme. Die Nutzung der Notunterkunft auf der Siekhöhe für ein weiteres Jahr müsse nicht sein. Sie könne aus Sicht der Linken deutlich verkürzt und schnell beendet werden. Bei einem Treffen mit dem Niedersächsischen Flüchtlingsgrat in der vergangenen Woche hatten Bewohner der Göttinger Notunterkunft Siekhöhe über katastrophale Lebensbedingungen berichtet. Trotz dieser Kritik beschloss der Sozialausschuss der Stadt Göttingen am Dienstag, den Vertrag für die Unterkunft bis Juni 2019 zu verlängern.