Göttinger Forschern ist Kartographie von Nervenzellen im Kleinhirn gelungen
Göttinger Forschern der Universität Göttingen und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist es mithilfe eines speziellen Röntgen-Verfahrens gelungen, eine große Zahl von Nervenzellen im Kleinhirn zu kartographieren. Etwa 1,8 Millionen Nervenzellen der Kleinhirnrinde haben die Wissenschaftler so dreidimensional darstellen können. Hierfür wurde ein sogenannter Phasenkontrast-Tomograf entwickelt. Die neuartige Funktionsweise des Geräts unterscheide sich von herkömmlichen Röntgen-Bildgebungsverfahren dadurch, das nicht die Absorption der Röntgenstrahlung gemessen werde, sondern die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Strahlung. Durch computergestützte, automatisierte Aufarbeitung der so gewonnen Daten könnten die mikroskopisch kleinen Strukturen der Gehirnzellen dreidimensional visualisiert werden. Dieses Verfahren soll künftig zur Erforschung neurologischer Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose eingesetzt werden, so Christine Stadelmann-Nessler, Neuropathologin an der UMG.