Deutliche Kritik aus den eigenen Reihen der SPD: Das Hann. Mündener Parteimitglied Ronald Schminke wirft dem Unterbezirksvorsitzenden Dr. Andreas Philippi im Umgang mit dem suspendierten Landrat Marcel Riethig erneut schwere Fehler vor. In einer Mitteilung schreibt er, Philippi habe vorschnell nach Bekanntwerden der Vorwürfe öffentlich bekanntgegeben, dass Riethig nicht erneut für die SPD als Landrat kandidiert – trotz geltender Unschuldsvermutung und der Bedenkzeit, die die Partei Riethig geben wollte. Zudem kritisiert Schminke widersprüchliche Aussagen von Philippi zu seinem eigenen Kenntnisstand über die Vorwürfe. So soll Philippi in einer Textnachricht behauptet haben, Einsicht in die „28 Vorwürfe in dem Leitz Ordner“ gehabt zu haben. Später hat Philippi auf Anfrage unserer Redaktion mitgeteilt, dass er nur das „Schreiben der Führungskräfte, das allen Kreistagsabgeordneten am 23. Februar zugegangen ist“ und die folgende Berichterstattung kenne. Schminke bezeichnet Philippi in der Mitteilung als „überforderten Problemfall“ und spricht von einem „erheblichen Vertrauensverlust“ innerhalb der Partei. Die SPD stehe dadurch vor einer schwierigen Situation, die sich aus seiner Sicht durch die jüngsten Personalentscheidungen weiter verschärft hat. Die SPD hatte Montag bekannt gegeben, mit Dr. Ulrike Witt ins Rennen um das Landratsamt zu gehen. Marcel Riethig tritt als unabhängiger Kandidat an.
Redaktioneller Hinweis: Dr. Andreas Philippi teilte unserer Redaktion in Bezug auf eine frühere Pressemitteilung von Ronald Schminke mit, dass er Pressemitteilungen von Schminke generell nicht kommentiere: „Sowas disqualifiziert sich von selbst."