Fortsetzung des Prozesses um Mord an 74-jähriger Herzbergerin vor Göttinger Landgericht
| Sendung: | Mittendrin Redaktion |
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| AutorIn: | Silke Frischmuth |
| Datum: | |
| Dauer: | 03:01 Minuten bisher gehört: 427 |
Manuskript
Text
Im Mittelpunk des heutigen Prozesstages standen die Aussagen von vier Polizisten, die sich zu dem Mordfall geäußert haben. Sie hatten die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen geführt. Ihre Aussagen haben vor allem den bisherigen Lebensweg des Tatverdächtigen nachgezeichnet und beziehen sich auch auf die Vernehmungsprotokolle. Dabei ist deutlich geworden, dass der Angeklagte bereits seit langem finanzielle Probleme hatte. Außerdem hat er zahlreiche Partnerschaften mit Frauen geführt. Er war mindestens dreimal verheiratet und hat vier Kinder. Bei seinen Beziehungen ging er scheinbar jedes Mal ähnlich vor: Immer wieder hat er seine Partnerinnen überzeugt, ein Geschäft mit ihm zu betreiben. Alle diese Geschäfte waren auf den Namen der jeweiligen Partnerin eingetragen. Wenn eine Partnerin ihn nicht weiter finanziell unterstützen oder seine Projekte mittragen wollte, soll er wütend geworden sein. Mehrere Frauen hatten ausgesagt, dass er dann „ausgerastet“ sei und wiederholt mit Selbstmord gedroht habe. Mindestens zwei der Frauen soll er außerdem mit hohen Schulden zurückgelassen haben. Der Tatverdächtige soll auch Schmuck seiner Mutter über das Internet verkauft haben, das Geld wurde dann allerdings auf sein Konto überwiesen.Es wurde auch deutlich, dass der Angeklagte immer wieder ins Ausland geflüchtet ist, wenn er Probleme in Deutschland hatte. So zog er mit einer Partnerin und den gemeinsamen Kindern nach Südafrika, um einer Haftstrafe wegen mehrfachen Betrugs zu entgehen. Beide wurden jedoch verhaftet und der Angeklagte wurde nach Deutschland ausgeliefert, wo er den Rest seiner Strafe verbüßt hat. Im Gefängnis begann er mit dem Laufsport und wurde 2013 dann sogar zum Hobbyläufer des Jahres gekürt. Damals hatte er der Presse gesagt, dass er ein neues Leben beginnen wolle. Im Zuge des aktuellen Mordprozesses um den Tod seiner Mutter hat der Angeklagte zwar zugegeben, dass er die Leiche seiner Mutter im Blumenkasten versteckt habe. Seine damalige Lebensgefährtin soll ihm dabei behilflich gewesen sein. Er bestreitet jedoch, dass er die Mutter getötet hat. Nach Aussage der Polizisten beim heutigen Prozesstag soll er aber, kurz nach dem mutmaßlichen Todestag seiner Mutter, seinen demenzkranken Vater in ein Pflegeheim gebracht und sich nach Schweden abgesetzt haben. Dort wurde er jedoch festgenommen. Bei der Durchsuchung des Hauses des Angeklagten in Schweden wurde außerdem der Schürhaken gefunden, der vermutlich für den Mord an der Mutter benutzt wurde.
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