Portrait des Bundestagskandidaten Olaf Torsten Franz (FDP)
| Sendung: | Aufgeweckt - Mehr am Morgen Redaktion |
|---|---|
| AutorIn: | Redaktion |
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| Dauer: | 05:16 Minuten bisher gehört: 336 |
Manuskript
O-Ton 1, Franz, ca. 0,12 min
„Mein Name ist Olaf Franz, ich bin 44 Jahre alt, wohne im Harz in Clausthal-Zellerfeld und kandidiere im Wahlkreis 52 für die FDP.“
Text
„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern!“ Dieses Zitat stammt von Karl Marx, ein Philosoph, der mit der FDP so wenig zu tun hat wie Friedrich August von Hayek mit der Partei Die Linke. Olaf Torsten Franz möchte etwas verändern. Der Bergrat aus Clausthal-Zellerfeld ist 2005 in die FDP eingetreten, vor allem um der Bürokratie den Kampf anzusagen. Auf seiner Webseite listet Franz zahlreiche Gesetze auf, die er für überflüssig hält. Totholz aus dem Gesetzeswald entfernen, nennt Franz das. Auf seiner Homepage fällt aber vor allem das Marx-Zitat ins Auge.
O-Ton 2, Franz, ca. 0,40 min
„Es hilft mir nichts, wenn mir immer jemand erklärt, wie die Dinge zu sein hätten, aber dann dieser jemand die Hände in den Taschen da hält und sagt ‚Nun mach mal’. (…) Zusätzlich habe ich natürlich wahrscheinlich Marx ein bisschen genommen zum Provozieren, denn das verbindet man natürlich normalerweise nicht mit der FDP. Wobei ich in meiner Jugend sehr viel von diesem Philosophen lesen musste, denn ich komme aus Ostdeutschland und (…) viele Dinge, die wir heute zum Beispiel sehen, mit der Finanzkrise, die kann man entspannter betrachten, wenn man eben ein bisschen vom Kapital gelesen hat.“
Text
Der Kapitalismus habe seine Krisen, die zu überwinden seien, sagt Franz, dazu sei auch das Marx-Zitat da. Franz versteht sich als Reformer, der in kleinen Schritten etwas verändern will, nicht als Revolutionär. So muss er sich auch mit den kleinen Krisen in der klammen Kommunalpolitik auseinandersetzen. Als Rettungsschwimmer hilft er beispielsweise in einem Freibad aus, das von Bürgerinnen und Bürgern übernommen wurde, nachdem die Kommune es nicht mehr bezahlen konnte. Projektarbeit wie diese möchte Franz durch seine Arbeit im Bundestag unterstützen.
O-Ton 3, Franz, ca. 0,35 min
„Es krankt eben an vielen Stellen am Finanziellen ja auch. Und da zitiere ich meinen Parteifreund Jörg Bode, der sagt 'Ja, es fehlen Projekte.' Und jetzt müssen wir erstmal vor Ort Konzepte und Projekte entwickeln und wenn wir diese Konzepte und Projekte haben, dann müssen wir loslaufen und die notwendigen Finanzmittel besorgen. Und da wäre dann die Verbindung, dass ich derjenige bin, der eben in Berlin versucht die Mittel hierher zu steuern, die Investoren zu besorgen.“
Text
Politik für den Wahlkreis ist eines der wichtigsten Anliegen des geborenen Berliners. Bundespolitisch versteht Franz die FDP als notwendiges Korrektiv gegenüber den anderen Parteien: Keine neuen Steuern, sondern schrittweise Steuersenkung, Abbau des Solidaritätszuschlags, Abbau von dauerhaften Subventionen. In Umfragen dümpelt die FDP aber bisher vor sich hin, nachdem sie 2009 ein Rekordergebnis bei der Bundestagswahl einfuhr. Franz macht keinen Hehl daraus, dass in der FDP Fehler gemacht wurden, beginnend mit den Koalitionsverhandlungen vor vier Jahren.
O-Ton 4, Franz, ca. 0,30 min.
„Eines der großen Probleme war gleich am Anfang die enorme Hektik, die man an den Tag gelegt hat, um den Koalitionsvertrag auszuhandeln. Ich kann mich dran erinnern, dass damals ein EU-Summit geplant war, wo unbedingt Herr Westerwelle als Außenminister mit dazu wollte. Und da wurde eben schon alleine der Koalitionsvertrag sehr schnell und ich sage mal mit heißer Nadel gestrickt verhandelt, hinterher konnte man die Koalitionspartner an die Dinge schwer festnageln.“
Text
Innerhalb der FDP habe es einen Bruch zwischen Basis und Parteiführung gegeben, bekennt Franz. Die Ursache dafür sieht er bei den FDP-Abgeordneten selbst, die sich häufig nicht mehr an Parteitagsbeschlüsse, sondern nur an das eigene Mandat und die Fraktion gebunden fühlten. Bis heute sei die Basis skeptisch bei der Arbeit der Bundes- und auch der Landes-FDP, sagt Franz. Die Festlegung auf die CDU als Koalitionspartner sieht der Kandidat aus Clausthal-Zellerfeld ebenfalls skeptisch. Für Franz zählt weniger der Machtpoker um Posten, er setzt auf politische Inhalte. Sicher ist für ihn aber: Die FDP wird gebraucht.
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