Fridays for Future kritisiert Wärmeplanung und Klimaschutz in Göttingen
| Sendung: | Mittendrin Redaktion |
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| AutorIn: | Amy Dix |
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| Dauer: | 05:23 Minuten bisher gehört: 41 |
Wir haben die Stadt Göttingen um eine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten gebeten; die Antworten finden Sie unten.
Manuskript
"Der Klimabericht von 2024 spreche von größeren Anstrengungen, die die Stadt Göttingen jedoch nicht erfülle."
Die Stadt Göttingen steht dem durchaus selbstkritisch gegenüber. Wie im Klimabericht 2024 erläutert, unternimmt sie bereits vielfältige Anstrengungen auf unterschiedlichen Ebenen, um Klimaschutz und Klimaanpassung zu verstärken. Trotzdem liegen die Treibhausgasemissionen in allen Sektoren weit über dem Soll. Das Zieljahr der Klimaneutralität muss daher neu justiert und das städtische Klimaschutzkonzept entsprechend überarbeitet und angepasst werden. Die erforderlichen Maßnahmen sind bekannt und befinden sich größtenteils in der Umsetzung. Die Herausforderungen – finanzielle und personelle Ausstattung – bleiben weiterhin bestehen. Die Bedarfe wurden an Land und Bund mehrfach weitergegeben. Zudem ist eine gesamtstädtische Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf die Mitwirkung von Wirtschaft und Privathaushalten angewiesen, da die Stadt hier nur Rahmenbedingungen setzen kann. Für ihren direkten Einflussbereich hat die Stadtverwaltung ein neues Konzept für eine Klimaneutrale Verwaltung aufgelegt, das sich ab 2026 in der Umsetzung befindet.
"Besonders in Bezug auf den Wärmeplan zeige sich die Stadt Göttingen nicht verantwortungsbewusst. Im Klimabericht 2024 stehe, dass das bestimmte Budget in den Jahren 2023 und 2024 nur zur Hälfte genutzt worden sei; dort fehle möglicherweise die passende Motivation. Die Oberbürgermeisterin habe darüber ebenfalls nicht Bescheid gewusst."
Die Stadt Göttingen, hat sich sehr intensiv mit der kommunalen Wärmeplanung beschäftigt und noch vor der gesetzlichen Frist den Wärmeplan nach dem Wärmeplanungsgesetz beschlossen. Dieser Prozess erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den Betreibern von Fernwärmenetzen in der Stadt Göttingen sowie den Betreibern der Gas- und Stromnetze. Auch gab es eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den zuständigen Bezirksschornsteinmeistern. Somit wurden sehr sorgfältig die Daten von verschiedenen Quellen zusammengeführt, was nun eine gute Datenbasis für weitere Analysen darstellt. Die Aussagen zur Nichtinanspruchnahme von bereitgestellten Finanzmitteln können wir nicht nachvollziehen, da diese für das Projekt Wärmeplanung voll ausgeschöpft wurden. Um diese Frage zu beantworten, müssten Sie das noch einmal konkretisieren.
"Der Wärmeplan trete erst im Jahr 2026 infolge eines Bundesgesetzes in Kraft, obwohl andere Kommunen ihn bereits deutlich früher umgesetzt hätten. Göttingen hätte sich proaktiver zeigen müssen."
Die Wärmewende ist eine Daueraufgabe und ihr Erfolg ein zentrales Kriterium beim Erreichen der Klimaziele. Von daher wurde dieses Thema auch schon in den vergangenen Jahren ohne Vorliegen eines beschlossenen kommunalen Wärmeplans angegangen. So haben unter anderem die Stadtwerke Göttingen ein Fernwärmenetz entwickelt und ausgebaut. In diesen Gebieten wird nun auch aus der kommunalen Wärmeplanung heraus die Nutzung von Fernwärme empfohlen.
"Die Bürger*innen leisteten bereits viel Klimaengagement, jedoch fehle die Unterstützung der Stadt. Sie forderten, dass Bürgerenergiegenossenschaften von der Stadt unterstützt würden, um einzelne Bürger zu entlasten."
Die Energie- und die Wärmewende stellen sowohl die Stadt Göttingen als auch die Bürger*innen, Gewerbe, Handel und Industrie vor große Herausforderungen. Um diese anzugehen, unterstützt die Stadt Göttingen die Bevölkerung bereits seit mehreren Jahren durch das städtische Förderinstrument "KlimaFonds Göttingen". Dieser fördert neben der Umweltbildung auch die Realisierung von energetischen Projekten der Bevölkerung.
Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen
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