Knapp 200 Personen haben in Göttingen gegen Abschiebungen demonstriert
Gestern Nachmittag haben knapp 200 Personen an einer Demonstration unter dem Motto „Keine Abschiebungen – nirgendwohin!“ teilgenommen, die von der Göttinger Initiative „Flüchtlingscafé“ organisiert wurde. Zu der Demonstration hatten die Göttinger Initiativen „Refugee Network“, „Papiere für Alle“, die Gruppe „Frauen treffen Frauen“ und das Lampedusa-Bündnis Göttingen aufgerufen. Anlass der Demonstration waren vier seit dem Jahreswechsel durchgeführte Sammelabschiebungen aus Deutschland nach Gambia, Nigeria, Pakistan und Afghanistan und eine weitere für gestern geplante Sammelabschiebung nach Afghanistan. Die Veranstalter kritisierten die Abschiebepraxis als gewaltsam und rassistisch und forderten ein bedingungsloses Bleiberecht für alle Geflüchteten. Die Bundesregierung schiebe Menschen in Krisen- und Kriegsgebiete ab, in denen ihr Leben bedroht sei. Die Demonstrierenden zogen vom Gänseliesel über den Nabel bis zum Neuen Rathaus. Auf der Demonstration wurden an Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler adressierte Postkarten verteilt. Damit können Interessierte an die Stadt appellieren, sich gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung im Mittelmeer zu stellen und Göttingen zum „sicheren Hafen“ zu erklären. Bereits 41 Städte, Gemeinden und Kommunen setzen sich bundesweit im Rahmen der Initiative „Seebrücke“ als „sichere Häfen“ für die Aufnahme aus Seenot geretteter Geflüchteter ein. Vergangene Woche hatte sich das Göttinger Hausprojekt OM10 dazu bereit erklärt, drei Geflüchtete aus dem Mittelmeer aufzunehmen und für deren Lebenshaltungskosten aufzukommen.