Geschrieben von Jennifer Bullert/Nikita Makarov
Datum:
Das Niedersächsische Sozialministerium beschäftigt sich nun mit der Zukunft des Projekts „Haus Weitblick“ in Rosdorf. Dabei handelt es sich um ein Wohnheim für junge Erwachsene mit teils schwersten Behinderungen. Hintergrund sind Streitigkeiten über die Finanzierung der Mehrkosten für die Unterkunft. Eltern und die Betreibergesellschaft Medem Real Care sehen die Verantwortung beim Landessozialamt. Dieses hatte zuletzt mit Blick auf die Größe der Wohnfläche abgelehnt, die Mehrkosten zu übernehmen. Aufgrund der unklaren Finanzierung sind seit Mai nur fünf der 35 Wohnheimplätze belegt. Am 1. September hatten die Eltern und der Betreiber eine Online-Petition mit 5.100 Unterschriften beim Landessozialamt eingereicht. In einem Gespräch schlugen sie dabei als Kompromiss vor, einen zusätzlichen Betrag in Höhe des Kindergeldes zu zahlen. Zugleich hatte der Betreiber eine Mietminderung von 90 Euro in Aussicht gestellt. Um die Mehrkosten auszugleichen, wäre aber auch ein höherer Zuschuss vonseiten des Landessozialamtes nötig. Die Entscheidung darüber liege nun beim Ministerium, teilte ein Elternteil gegenüber dem StadtRadio Göttingen mit. Sollte der Kompromiss abgelehnt werden, wollen die Eltern und der Betreiber Unterstützung vonseiten der südniedersächsischen Politiker*innen und Landtagsabgeordneten suchen. Das Ministerium hat auf Anfrage des StadtRadio erläutert, dass die Petition gründlich geprüft werde. Allerdings wird das Ministerium in dieser Frage keine Entscheidung treffen. Diese Kompetenz liege weiterhin beim Landessozialamt.