Geschrieben von Julia Kleine
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Göttinger Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) für biophysikalische Chemie ist es gelungen, die Grundlage für maßgeschneiderte Wirkstoffe in potenziellen Krebsmedikamenten zu legen. Die Forscher um Vlad Pena konnten erstmals im atomaren Detail zu entschlüsseln, wie ein Anti-Tumor-Wirkstoff an den Proteinkomplex SF3B bindet. Der Proteinkomplex sei einer der „wunden Punkte“ der Tumorzellen, so die Forscher. Die Wissenschaftler des MPI wollen die Funktion von SF3B manipulieren und so die Produktion bestimmter Proteine durcheinanderbringen, um Krebszellen zu töten. Dafür konnten sie bereits Wirkstoffe entwickeln, die an SF3B binden. Die Substanzen schalten den Proteinkomplex allerdings nicht komplett aus, sondern modulieren lediglich dessen Funktion. Das führe dazu, dass einige Protein-Bauanleitungen anders geschnitten werden, so die Forschergruppe. Diese Veränderungen träfen Krebszellen stärker als gesunde Zellen. Die neuen Erkenntnisse bilden eine wichtige Basis, um potenzielle Krebsmedikamente weiter zu verbessern, die bei SF3B ansetzen.