Geschrieben von Nico Mader
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Das Innenministerium des Landes Niedersachsen habe dem SPD-Unterbezirksvorsitzenden Andreas Philippi keine Einsicht in die Vorwürfe gegen Landrat Marcel Riethig erteilt. Das teilt das Ministerium auf unsere Anfrage mit. Angeblich kannte Philippi die Akte zu den Riethig-Vorwürfen schon am 26. Februar, zwei Tage nachdem die Vorwürfe bekannt geworden sind. Das habe er dem ehemaligen SPD-Landtagsmitglied Ronald Schminke mitgeteilt. Dabei soll Philippi von einem "Leitz-Ordner" gesprochen haben. Im Zuge der Vorwürfe hatte der Unterbezirksvorsitzende Philippi Landrat Marcel Riethig schnell gebeten, von seiner erneuten Kandidatur für das Amt zurückzutreten. Eine Anfrage von unserer Redaktion an Philippi blieb bis heute Abend unbeantwortet. Dabei wollten wir wissen, auf welche Weise er Einblick in den "Leitz-Ordner" genommen habe. Philippi selbst ist dabei in einer unglücklichen Position. Als Minister hat er keinen gewählten Sitz im niedersächsischen Landtag. Um seine politische Karriere in der kommenden Legislatur aufrecht zu erhalten, müsste er entweder einen guten Listenplatz erhalten, wieder als Minister nominiert werden oder ein Direktmandat gewinnen. Ob das mit dem Direktmandat klappt, ist fraglich, da er in seinem SPD-Ortsverein Hann. Münden wegen einer abgelehnten Satzungsänderung erst eine politische Niederlage erhalten hat. Für einen guten Listenplatz oder eine neue Nominierung als Minister bräuchte er ein gutes Verhalten zu Ministerpräsident Olaf Lies - und einen Unterbezirk ohne Ärgernisse.