Geschrieben von Benita Heukamp
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Der Deutsche Buchhandlungspreis wird in diesem Jahr nicht öffentlich verliehen. Nachdem drei Buchhandlungen von dem Preis ausgeschlossen wurden, darunter auch der Buchladen Rote Straße aus Göttingen, fürchtet Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der Sinn der Veranstaltung könnte durch die Debatte überlagert werden. Eine angemessene Würdigung der Preisträger*innen sei so nicht mehr möglich. Stattdessen sollen die ausgezeichneten Buchhandlungen ihr Preisgeld sowie die Urkunde auf direktem Weg erhalten. Ursprünglich sollte der Buchhandlungspreis am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse vergeben werden. In der vergangenen Woche ist bekannt geworden, dass Weimer drei Buchhandlungen wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“ nachträglich von der Nominierungsliste einer unabhängigen Jury gestrichen hatte. Kritik daran äußerte unter anderem der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Auch Vertreter*innen der lokalen Politik solidarisierten sich mit den betroffenen Buchhandlungen. So verurteilten die Göttinger Grünen Weimers Vorgehen als einen „kulturpolitisch und demokratisch höchst problematischen Vorgang“. Darüber hinaus hat die SPD-Stadtratsfraktion eine Initiative angekündigt, mit der sich der Stadtrat hinter den Roten Buchladen stellen soll.