Privatrezepte für Hormonersatztherapie: Bündnis Trans* HRT Göttingen kritisiert UMG
Für trans Personen sind geschlechtsangleichende Hormonersatztherapien lebensnotwendig. Dennoch ist die rechtliche Lage und die Finanzierung dieser Therapien derzeit unklar. In mehreren Bundesländern kam es zu Rückzahlungsforderungen der Krankenkassen gegenüber Ärzt*innen, die entsprechende Kassenrezepte ausgestellt hatten. Deswegen hat die UMG Göttingen von April bis Mai nur noch Privatrezepte ausgestellt. Vor diesem Hintergrund kritisiert das Aktionsbündnis Trans* HRT Göttingen die Universitätsmedizin. Dadurch müssten Betroffene die oft teuren Medikamente zunächst selbst bezahlen, während eine spätere Erstattung durch die Krankenkassen kompliziert und unsicher sei. Clara Busch vom Bündnis wirft der UMG vor, die Verantwortung auf die Patient*innen abzuwälzen. Das Bündnis warnt außerdem vor Versorgungslücken und gesundheitlichen Risiken. Die UMG erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass im April zeitweise Privatrezepte ausgestellt worden seien, es aber zu keinem Zeitpunkt Versorgungslücken gegeben habe. Nach einer Empfehlung von Gesundheitsministerin Warken stellt die UMG seit dem 1. Mai wieder reguläre Kassenrezepte aus. Am Samstag organisiert das Bündnis Trans* HRT Göttingen um 13 Uhr eine Demonstration vor der UMG.