Marcel Riethig tritt dieses Jahr nicht erneut als Kandidat für das Amt des Landrats im Kreis Göttingen an. Das gab der SPD-Unterbezirk gestern Abend bekannt. Hintergrund sind die Vorwürfe gegen ihn, die in den letzten Tagen öffentlich wurden. Dem amtierenden Landrat werden u.a. Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch vorgeworfen. Die Beschwerden wurden Anfang der Woche bekannt, nachdem sich 16 Führungskräfte der Landkreisverwaltung damit in einem Schreiben an die Göttinger Kreistagsabgeordneten richteten. Darunter sind auch die drei Dezernent*innen Marlies Dornieden, Doreen Fragel und Conrad Finger. Inzwischen sollen 55 weitere Führungskräfte unterschrieben haben, so eine aktuelle Mitteilung der Grünen Kreistagsfraktion. Die hohe Zahl der Unterschriften zeige, dass es sich um eine tiefgreifende Vertrauenskrise handele. Riethig selbst streitet die Vorwürfe ab, verzichtet aber auf eine erneute Kandidatur. Der SPD-Unterbezirksvorstand werde jetzt schnellstmöglich eine Findungskommission einsetzen, die einen neuen Kandidaten oder eine neue Kandidatin vorschlägt, so die Mitteilung der SPD weiter. Die Wahl zum Landrat bzw. zur Landrätin findet am 13. September statt. Als Kandidat*innen für den Kreis Göttingen stehen bisher Harm Adam (CDU) und Pippa Schneider (Grüne) fest.
Redaktioneller Hinweis: Es gilt die Unschuldsvermutung.