Geschrieben von Lasse Dreyer
Datum:
Auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Göttingen liegen die heißesten und kältesten Orte Niedersachsens nur wenige Meter auseinander. Im Hochenthalpiekanal erreichen Forschende Temperaturen von bis zu 10.000 Grad Celsius – damit zeitweise heißer als die Sonnenoberfläche –, um die extremen Bedingungen beim Wiedereintritt von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre zu simulieren, so das Zentrum für Luft- und Raumfahrt in einer Pressemitteilung. Die 62 Meter lange, 280 Tonnen schwere und europaweit einzigartige Anlage liefert dabei in nur Millisekunden entscheidende Daten für Hitzeschutzsysteme, Raumkapseln und künftige Hyperschallflugzeuge. Nur wenige Schritte entfernt erzeugt die Simulationsanlage für Treibstrahlen in ihren Vakuumkammern das genaue Gegenteil: Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt bis minus 269 Grad Celsius und extrem niedriger Druck, wie er im Weltraum herrscht. Hier werden elektrische Raumfahrtantriebe getestet, um ihre Lebensdauer sowie die Auswirkungen ihrer Teilchenstrahlen auf Satelliten und Raumfahrzeuge zu untersuchen.