Zwischen Film Noir und „Tatort“: In Hann Münden wird ein Krimi gedreht
| Sendung: | Mittendrin Redaktion |
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| AutorIn: | Paula Baierlein |
| Datum: | |
| Dauer: | 03:54 Minuten bisher gehört: 208 |
Manuskript
Atmo Filmset (16 Sekunden)
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An dem Abend, an dem ich das Filmset besuche, dreht das Team gerade eine Schlüsselszene. Es ist Nacht. Eine Schauspielerin ist in eine Rettungsdecke gehüllt, der Notarzt vor Ort. Auch ein Bestattungsfahrzeug ist auf den Hof gefahren. Eugen Bauder und Sina Zadrek. Die beiden Hauptdarsteller*innen stehen neben einem alten Mercedes, über Ihnen baumelt ein helles Studiolicht, das die ganze Szene zumindest ein bisschen erleuchtet. Drum herum: Kameras, Monitore, eine Tonangel und ein Team aus ganz Deutschland. Zadrek, die die Kommissarin Elena Kappstedt spielt erzählt von den Dreharbeiten und warum sie so tiefe Augenringe hat.
O-Ton 1: Sina Zadrek (17 Sekunden)
„Also wir haben gestern heute und morgen den großen Showdown des Films. Ich darf nicht zu viel verraten, ich will nicht spoilern, aber es geht natürlich noch mal richtig zur Sache. Es kommt zur Auseinandersetzung, zu Stress, zu Angst. Es geht ums Ganze. Und das drehen wir heute. Und das ist das, was man jetzt, glaube ich, gerade auch geschminkterweise in meinem Gesicht sieht – nicht nur geschminkterweise, aber hauptsächlich.“
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Die Augenringe sind also Teil ihrer Maske, aber – nicht nur. Heute ist der 25. Drehtag. Der Vorletzte. Seit viereinhalb Wochen ist das Filmteam in Hann Münden unterwegs. Morgen wird noch gedreht und dann ist alles im Kasten, abgesehen von ein paar Szenen, die noch nachgedreht werden müssen. Nils Rehbein hat das Drehbuch geschrieben, leitet die Produktion und ist am Ende dafür verantwortlich, den Film zu schneiden.
O-Ton 2: Rehbein (30 Sekunden)
„Also ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit den Dreharbeiten. Na klar, es gibt immer mal wieder Hiccups, es gibt Sachen, die nicht funktionieren oder wo man umdisponieren muss oder Sachen verändern muss vom Ablauf her. Aber das gehört alles dazu, das ist beim Film absolut normal klar, weil man auch, wenn man zum Beispiel eine Szene hat, die draußen spielt, plötzlich fängt es an zu regnen, aber in der Szene soll es nicht regnen. Was macht man da? Also man muss immer so einen Plan B in der Hinterhand haben. Solche Sachen haben wir dann aber eigentlich ganz gut gemanagt.“
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Und, das Team von „Weserblut“ hatte Hilfe aus Hann Münden. Ein Teil des Budgets für den Film kam durch eine Crowdfunding Kampagne zustande. Bürger*innen spendeten Online Geld und machten so die Dreharbeiten möglich. Und die Bestatter, die an diesem Drehtag die Leichen abtransportieren? Die sind keine Schauspieler, sondern echte Bestatter bei einem Bestattungsunternehmen aus Hann Münden. Und dass der Film genau in Hann Münden spielt, ist kein Zufall, erzählt Rehbein.
O-Ton 3: Rehbein (25 Sekunden)
„Der Regisseur Jakob Gisik kommt aus Reinhardshagen. Er ist früher hier zur Schule gegangen und damals hat er schon die ersten Ideen mit Filmen gehabt. Da hat er schon gesagt, ich möchte eines Tages mal hier in Hann Münden ein Film drehen, weil die Stadt ist einfach zu schön. Die drei Flüsse, die aufeinander treffen, alles so im Tal eingebettet, wenn man morgens aufsteht, hängt der Nebel teilweise noch bis irgendwann mittags. Also, es hat so eine mystische Atmosphäre. Und das natürlich dann in so einen mysteriösen Krimi einzubauen.“
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Ein Starttermin fürs Kino steht noch nicht fest. Anfang 2025 peilt Rehbein an. Bis dahin muss aber noch viel passieren. Der Film ist eine Indie-Produktion. Es steht also keine große Produktionsfirma im Hintergrund. Für heute ist aber erstmal Schluss. Ungefähr 30 Schüsse hat Eugen Bauder, der Hauptdarsteller, an dem Drehtag heute abgeben, bis der Regisseur Gisik zufrieden war.
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